Neuer Personalvorstand
VW-Chef bestreitet Streit mit Piech

VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat Spekulationen über einen Streit mit Aufsichtsratschef Ferdinand Piech widersprochen.

HB HANNOVER/FRANKFURT. „Ich kenne Herrn Piech schon sehr lange und kann mich an keinen einzigen Fall erinnern, bei dem wir anderer Meinung waren“, sagte Pischetsrieder dem Magazin „Focus“. Durch die Berufung des Audi-Personalchefs Horst Neumann zum VW-Arbeitsdirektor fühle er sich nicht entmachtet. „Der Spiegel“ zitiert den Konzernchef mit den Worten: „Ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht, wegen dieser Entscheidung meinen Posten aufzugeben.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte am Samstag berichtet, der Konzernchef müsse im Streit mit Piech um seinen Job bangen. Piech wolle den früheren BMW-Chef Pischetsrieder, den er selbst als seinen Nachfolger zu VW geholt hatte, nun wieder loswerden. Dieser aber gebe sich kämpferisch und schließe einen Rücktritt aus. Das Land Niedersachsen als zweitgrößter VW-Aktionär stehe zu Pischetsrieder und Bernhard, sagte ein Sprecher der Landesregierung am Samstag. Ein VW-Sprecher sagte lediglich: „Wir äußern uns nicht zu Aufsichtsratsdingen.“

Aufsichtsratskreisen zufolge hatte Piech seinen Kandidaten Neumann gegen den Willen von Pischetsrieder als Personalchef des Konzerns durchgesetzt. Der 56 Jahre alte Neumann soll seinen neuen Posten zum 1. Dezember übernehmen. Er ist der Nachfolger von Peter Hartz, der im Zuge der Affäre um Lustreisen des VW -Betriebsrats seinen Hut genommen hatte. Die Wahl des Gewerkschafters Neumann war überraschend gekommen. Piech habe Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) erst zwei Tage vor der Aufsichtsratssitzung über seine Absicht informiert, einen neuen Personalchef zu berufen. Im Aufsichtsratspräsidium habe Wulff als einziger gegen Neumann gestimmt, Piech sowie die Arbeitnehmervertreter Jürgen Peters und Bernd Osterloh hätten ihn gestützt.

Die Arbeitnehmerseite hatte Piech im Aufsichtsrat zuletzt gegen Rücktrittsforderungen von Wulff verteidigt. Der Politiker, der das Land Niedersachsen im Aufsichtsrat vertritt, wirft Piech einen Interessenkonflikt nach dem Einstieg des Konkurrenten Porsche als VW-Hauptaktionär vor. Piech und seine Verwandten halten alle stimmberechtigten Stammaktien an Porsche.

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