Nord Stream
Ostseepipeline schließt für zwei Wochen

Die rund fünf Monate alte Ostseepipeline muss temporär geschlossen werden. Das Bertreiberkonsortium Nord Stream will ein neues Kontrollsystem installieren und sperrt die Ventile für etwa zwei Wochen.
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LubminNur gut fünf Monate nach der Inbetriebnahme des ersten Strangs der deutsch-russischen Ostseepipeline schließt das Betreiberkonsortium Nord Stream für etwa zwei Wochen wieder die Ventile. Die befristete Abschaltung sei
erforderlich, um ein vollautomatisches Kontrollsystem für beide Leitungen zu installieren, sagte ein Firmensprecher am Freitag in Zug (Schweiz).Die Kunden seien über den zeitweiligen Lieferstopp informiert worden.

Den Angaben zufolge wird am Sonntag (15.4.) der Pumpbetrieb der Verdichterstation im russischen Portowaja unterbrochen. Auch am deutschen Anlandepunkt in Lubmin werden Ventile geschlossen. In den nächsten 14 Tagen sollen dann Ingenieure ein Kontrollsystem einrichten und testen, über das künftig der gesamte Gasfluss durch beide Zwillingsstränge automatisch geregelt und überwacht wird. Ende April werde die Lieferung wieder aufgenommen, versicherte der Nord-Stream-Sprecher.

Seit der Freischaltung der Gemeinschaftstrasse am 8. November 2011 flossen nach Betreiberangaben bislang etwa 3,5 Milliarden Kubikmeter sibirisches Erdgas durch die Meeresleitung nach Deutschland. Die während der sogenannten Anlaufphase gelieferte Gasmenge ging komplett an westeuropäische Partner des russischen Energiekonzerns Gazprom.

Unterdessen gehen die Verlegearbeiten für den zweiten Leitungsstrang in die Endphase. Die letzten 29 Kilometer würden gegenwärtig von einem Spezialschiff südlich der schwedischen Insel Gotland verlegt, sagte der Sprecher. Voraussichtlich Mitte Mai werden die drei am Meeresboden abgelegten Leitungsabschnitte verschweißt. Dabei kommt das 157 Meter lange Spezialschiff „Skandi Arctic“ zum Einsatz, das in den nächsten Tagen in Norwegen für diesen Einsatz ausgerüstet wird.

Der Testbetrieb für den zweiten Strang soll im Sommer dieses Jahres beginnen. Die Inbetriebnahme ist plangemäß zum Jahresende vorgesehen. Dann sollen in den nächsten 50 Jahren bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas pro Jahr nach Europa fließen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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