Nudelhersteller
Barilla strebt mit Kamps an die Börse

Der italienische Nudelhersteller Barilla will seine deutsche Bäckerei-Tochter Kamps in spätestens vier Jahren wieder an die Börse bringen. Mit dem Börsengang will das italienische Familienunternehmen vor allem verhindern, seinen Co-Investor auszuzahlen

MAILAND. Der italienische Nudelhersteller Barilla will seine deutsche Bäckerei-Tochter Kamps in spätestens vier Jahren wieder an die Börse bringen. „Wir werden alles daran setzen, dass Kamps bis Juli 2010 an die Börse zurückkehrt“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende von Barilla, Robert Singer, dem Handelsblatt.

Mit dem Börsengang will das italienische Familienunternehmen vor allem verhindern, seinen Co-Investor auszuzahlen. Die Banca Popolare Italiana hält 41 Prozent an Kamps, und die Bank hätte ohne den Börsengang die Option im Jahr 2010 die Anteile an Barilla zu verkaufen. Die Italiener hatten Kamps 2002 gemeinsam mit der Bank für knapp zwei Mrd. Euro übernommen, als sich die Bäcker-Kette in einer finanziellen Schieflage befand. Seitdem versucht Barilla, mit 51 Prozent der Mehrheitseigner, das angeschlagene Geschäft zu restrukturieren.

Im vergangenen Jahr hat das Barilla-Management wegen Abschreibungen auf Kamps einen Nettoverlust von 268 Mill. Euro ausgewiesen – nach einem Gewinn von acht Millionen Euro im Vorjahr. Insgesamt bezifferten die Italiener die Goodwill-Abschreibungen – also die Differenz zwischen dem bei der Übernahme bezahlten Preis und dem tatsächlichen Wert von Kamps – auf 639 Mill. Euro. Der operative Gewinn der Gruppe stieg dagegen um neun Mill. Euro auf 176 Mill. Euro. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 4,6 Mrd. Euro.

Die Beziehungen zwischen Barilla und dem Großinvestor Banca Popolare Italiana sind derzeit extrem angespannt. Das Institut ist in einen der größten italienischen Bankenskandale der letzten Jahre verwickelt.

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