Nur noch Design verbleibt
Zapf übergibt Einkauf an US-Großaktionär MGA

Der US-Spielwarenhersteller MGA war vor kurzem zum Großaktionär bei seinem deutschen Wettbewerber Zapf Creation eingestiegen. Ihre damit gewonnene Macht nutzen die Amerikaner: Nachdem sie bereits den Vertrieb der Zapf-Puppen in ihrer Heimat übernommen haben, erledigen sie nun den Einkauf in Asien.

HB FRANKFURT. Zapf übergibt MGA den gesamten Prozess der Auswahl und Überwachung der asiatischen Lieferanten, wie Zapf am Dienstag mitteilte. Zudem zeichnet MGA demnächst für die Lieferungen der Warensowie die technische Produktentwicklung verantwortlich. Aus der Zapf-Zentrale in Rödental kommen nur noch die Designentwürfe. Die auf zehn Jahre angelegte Kooperation soll dem Puppenhersteller helfen, Kosten zu senken, hieß es von Zapf.

MGA übernimmt die Zapf-Tochter in Hongkong, die die Tätigkeiten bisher durchführte. Von den dortigen rund 80 Mitarbeitern könnten einige ihren Job verlieren. „Ein Teil wird übernommen werden, ein Teil wird vielleicht zurück nach Rödental gehen und ein anderer Teil wird möglicherweise auch nicht übernommen werden“, sagte ein Sprecher.

Bereits im August war Zapf eine weltweite Vertriebspartnerschaft mit MGA eingegangen, die ebenfalls zehn Jahre laufen soll und vorsieht, dass MGA den Vertrieb von Zapf-Produkten wie „Baby Born“-Puppen in Nord- und Südamerika übernimmt.

MGA war kürzlich mit 20 Prozent bei Zapf eingestiegen. Mittlerweile besitzt MGA nicht nur zwei Sitze im Aufsichtsrat, sondern auch einen im Vorstand: Thomas Pfau, Deutschland-Chef von MGA, verantwortet die Bereiche Marketing und Vertrieb.

MGA lässt Zapf hängen

Den Wunsch nach einer Kapitalspritze hat MGA bisher aber nicht positiv beschieden, obgleich Vorstandschef Georg Kellinghusen am Dienstag vergangener Woche auf der Hauptversammlung betonte, dass das Unternehmen dringend frisches Geld benötige.

Zapf war in die Krise geraten, da sich seine Puppen zuletzt schlecht verkauften. Zudem belasteten Unstimmigkeiten in den Bilanzen das Unternehmen. Der potenzielle Retter Bandai aus Japan war von dem US-Konkurrenten MGA Entertainment aus dem Feld geschlagen worden, obwohl der Vorstand sich hinter die Japaner gestellt hatte. Ein Angebot für die Komplettübernahme blieb bislang aber aus.

Aus den roten Zahlen wird Zapf in diesem Jahr wohl nicht herauskommen, obwohl Unternehmenschef Kellinghusen eine Verbesserung des operativen Ergebnisses um 15 Mill. Euro anstrebt. 2005 hatte der Konzern mit einem Nettoverlust von 27,7 Mill. Euro abgeschlossen, nachdem 2004 noch ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet worden war. Der Umsatz ging von 163,3 Mill. Euro auf 140,7 Mill. Euro zurück.

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