Öffentliche Förderung
Industrie will Geld für Stromtankstellen

Nach Einschätzung von Eon-Vorstand Maubach können Stromtankstellen in Deutschland nicht wirtschaftlich betrieben werden. Er fordert mehr staatliche Förderung, um dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen.
  • 2

Frankfurt/MainAutohersteller und Energiekonzerne fordern weitere Fördermillionen vom Staat, um dem Elektroauto hierzulande zum Durchbruch zu verhelfen. Um das staatliche Ziel von einer Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen bis 2020 zu erreichen, seien 150.000 an öffentlichen Orten aufgestellte Stromtankstellen nötig, sagte Eon-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Maubach der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag.

Diese Ladesäulen seien nicht wirtschaftlich zu betreiben. „Deshalb wird eine öffentliche Förderung von insgesamt 750 Millionen Euro benötigt.“ Die Bundesregierung zahlt bereits eine Milliarde Euro zur Förderung der Forschung im Bereich Elektromobilität. Um die zusätzlichen 750 Millionen Euro aufzubringen, gibt es nach Ansicht Maubachs drei Möglichkeiten: eine Umlagefinanzierung wie beim Ökostrom, eine Finanzierung aus allgemeinen Steuern wie der Kfz-Steuer oder „dass die Energieversorger die Kosten für die Investitionen auf ihre Netzentgelte für die Stromdurchleitung aufschlagen dürfen“.

Maubach ist Mitglied im Lenkungskreis der Nationalen Plattform Elektromobilität, in dem Manager der Auto-, Chemie- und Energieindustrie, Staatssekretäre, Verbandsvertreter und Wissenschaftler organisiert sind. Die Fachleute haben laut Zeitungsbericht ausgerechnet, dass bis 2020 insgesamt 900.000 Stromtankstellen nötig sind - die meisten davon allerdings im nicht öffentlichen Raum, also in Garagen, auf Firmenparkplätzen oder in Parkhäusern von Einkaufszentren. Für den Durchbruch des Elektroautos sei aber „erfolgskritisch“, dass Nutzer ohne eigene Garage oder eigenen Stellplatz eine öffentliche Ladestruktur vorfinden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Öffentliche Förderung: Industrie will Geld für Stromtankstellen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Regierung sucht die Wirklichkeit gem. den vorherrschenden ökoreligiösen Visionen, oder Illusionen, zu verändern. Die Industrie verschliesst sich dem nicht, erwartet jedoch im Gegenzug Subventionen.

    Der Nachteil für die Industrie liegt darin, dass diese immer abhängiger wird von politischen Entscheidungen. Anstatt Kritik an sinnlosen Programmen, wie Solarenergie, Frauenquoten.. zu äussern, posaunt diese besser Ergebenheitsadressen heraus. Früher, oder später ergibt sich eine enorme Abhängigkeit und eine intensive Politikpflege. Die Industrie wird dann auch den rauhen Wind des Weltmarktes zu meiden suchen und lieber politisch gewünschte, subventionierte, geschützte Produkte herstellen.

    Für die Gesellschaft besteht der Nachteil neben den Subventionen für sinnlose Projekte in der Abkehr vom Weltmarkt.

    Vandale

  • Eine weitere Möglichkeit: Anbieter und Nutzer zahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%