Öffnung der Märkte
Wettbewerb auf dem Gasmarkt kommt

Auf dem deutschen Erdgasmarkt rückt mehr Wettbewerb näher. Ab Oktober können sich auch Privatkunden, wie auf dem Strommarkt bereits üblich, einfach einen neuen Gaslieferaten aussuchen. Die Gasunternehmen legten am Donnerstag eine entsprechende Vereinbarung vor.

HB KÖLN. Der Verband kommunaler Unternehmen in Köln und der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft in Berlin legten am Donnerstag eine Vereinbarung über einen vereinfachten Zugang zu den Gasnetzen vor, die ab 1. Oktober auch Privatkunden einen problemlosen Wechsel des Gaslieferanten ermöglichen soll. Die Bundesnetzagentur und die Gasnetzbetreiber hatten sich Ende Januar grundsätzlich auf die neuen Zugangsregelungen verständigt. Gleichzeitig war vereinbart worden, bis 1. Juni das erforderliche umfängliche Vertragswerk vorzulegen.

Das neue Netzzugangsmodell sieht vor, dass Anbieter nur noch jeweils einen Ein- und Ausspeisungsvertrag abschließen zu müssen. Außerdem sagten die Verbände der Gasnetzbetreiber zu, mit Beginn des neuen Gaswirtschaftsjahres ab 1. Oktober einen „leichten und massengeschäftstauglichen Wechsel des Gaslieferanten“ auch für Privatkunden zu ermöglichen, wie der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, Ende Januar erklärte. Wie im Strommarkt bereits üblich, sollen die Kunden, in der Regel also die Hausbesitzer, sich einfach einen neuen Lieferanten aussuchen können.

Die Netzbetreiber müssten die Abwicklung eines solchen Wechsels dann unter sich ausmachen, erläuterte Kurth. Dabei helfen sollen Computersysteme für eine einheitliche Abrechnung, wie sie im Stromsektor bereits eingesetzt würden. Die Bundesnetzagentur wollte am Donnerstag keine Angaben zum Inhalt der Regelung machen und verwies auf eine Pressekonferenz am kommenden Donnerstag.

Bei der Neuregelung geht es um eine erhebliche Vereinfachung der Einspeisung und Durchleitung von Erdgas in den bestehenden Netzen. Für neue Konkurrenten ist es bislang schwierig, im deutschen Gasmarkt Fuß zu fassen. Für Industriekunden ist eine Durchleitung im Gasnetz zwar möglich, erfordert aber unter Umständen zahlreiche Einzelverträge für jede Teilstrecke mit den jeweiligen Netzbetreibern. Privatkunden können den Versorger bisher überhaupt nicht wechseln.

Inwieweit die Neuregelung auch zu sinkenden Preisen für die Verbraucher führt, ist nach Angaben von Kurth noch nicht abzusehen. Es werde auch davon abhängen, ob Wettbewerber überhaupt die Möglichkeit nutzten, mit günstigeren Angeboten für Privatkunden in den bisher weitgehend abgeschotteten Markt einzutreten, sagte der Regulierer.

Zudem steht noch eine weitere Komponente für einen offeneren Gasmarkt aus. Die Bundesnetzagentur ist derzeit dabei, die Preise zu überprüfen, die die rund 500 Netzbetreiber in Deutschland für den Gastransport verlangen. Nach Einschätzung der Regulierungsbehörde schlägt der Transport mit mindestens einem Drittel bei den Endkundenpreisen zu Buche. Kurth plant für die Gas- ebenso wie für die rund 900 Stromnetze in Deutschland eine so genannte Anreizregulierung. Die Behörde will voraussichtlich ab 2008 Vorgaben für die Effizienz des Netzbetriebs und damit für Preissenkungen machen. Übertreffen Betreiber die Wirtschaftlichkeitsvorgaben, sollen sie die damit erzielten Mehrgewinne behalten dürfen.

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