Öko-Auflagen
Chinas Autobranche fürchtet um Absatz

Strengere Umweltrichtlinien könnten den Absatzzahlen auf dem chinesischen Automarkt einen Dämpfer versetzen. In manchen Provinzen dürfte es aber schwerer sein, an ein Nummernschild zu kommen, als an einen Neuwagen.
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PekingChinas Autoindustrie befürchtet einen deutlichen Absatzrückgang durch strengere Umweltauflagen. In acht weiteren Großstädten des Landes seien im Kampf gegen die Luftverschmutzung neue Zulassungsbeschränkungen geplant, sagte der stellvertretende Chef des Automobilverbandes CAAM, Shi Jianhua, am Donnerstag. Dadurch drohten 400.000 Wagen weniger verkauft zu werden, was zwei Prozent des Gesamtabsatzes von 2012 in der Volksrepublik entspreche.

Bereits existierende Zulassungsbeschränkungen wie in Peking hätten schon jetzt zu einer erheblichen Schwächung der Nachfrage auf dem größten Automarkt der Welt geführt, warnte Shi. Der Markt wird von deutschen Unternehmen dominiert, aus deren Werken im Juni 26 Prozent aller in China verkauften Autos kamen.

Im Kampf gegen den Smog beschränken vier Städte, darunter die Hauptstadt sowie das Wirtschaftszentrum Shanghai, bereits jetzt die Neuzulassungen - auch indem sie Nummernschilder nur noch über Auktionen und Lotterien an die Interessenten bringen. Restriktiver dürfte dem Branchenverband zufolge künftig auch in Provinzzentren wie Chengdu, Chongqing und Wuhan vorgegangen werden. Die Einzelheiten würden von den örtlichen Behörden bekanntgegeben. Beim Verkehrsministerium war zunächst keine Stellungnahme zu den Äußerungen des CAAM zu bekommen.

Analysten halten die CAAM-Prognosen für übertrieben und dem Ziel geschuldet, die Pekinger Führung von solchen Plänen abzubringen. „Ich glaube nicht, dass acht weitere Städte plötzlich gleichzeitig Beschränkungen einführen“, sagte Wu Wenzhao von Sinolink Securities. Dies gelte vor allem vor dem Hintergrund, dass der Schwung der chinesischen Konjunktur nachlasse und die Regierung die Binnennachfrage ankurbeln wolle. Nach Jahren rasanten Wachstums kommen aus dem Reich der Mitte immer mehr Warnsignale: Nach den jüngsten Turbulenzen an den Geldmärkten brach der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zuletzt auch der wichtige Export weg.

Doch ungeachtet dieser Herausforderungen hat sich die neue Führung unter Präsident Xi Jinping auch auf die Fahnen geschrieben, die Lebensqualität für das Milliardenvolk zu erhöhen. Über vielen chinesischen Städten hängen dichte Dunstglocken, die Luftverschmutzung gehört zur stärksten weltweit. Als verantwortlich dafür gilt neben Kohlekraftwerken auch der wachsende Verkehr, weil sich immer mehr Bürger des aufstrebenden Schwellenlandes ein Auto leisten können, das als Statussymbol gilt. Am häufigsten griffen sie dem CAAM zufolge dabei im Juni zu deutschen Marken (26 Prozent), gefolgt von chinesischen (25), japanischen (18) und US-Produkten (16).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • 17.7.13 Wenn in China ein Sack Reis umfällt, fällt er Deutschland auf die Zehen. Früher hieß es, wenn ein Boom in der Bauwirtschaft Risse bekommt, ist der Abschwung nicht mehr weit. Das zyklische Blatt wendet sich. Heute verrät uns die Autoindustrie den Zeitpunkt, an dem an den Märkten Sättigung eintritt. Schwächelnde Produktion in China, Rezession in den Peripherieländern Europas. Eine Weltwirtschaft am zyklischen Scheideweg? Und schon melden sich weitere Warnsignale. Bosch geht in den Rückwärtsgang, Löwe begibt sich in das Insolvenzverfahren. Der Raubeinkapitalismus fährt die Krallen aus. Da wäre es nicht verwunderlich, wenn auch die Aktienbörsen am oberen Wendepunkt im mittelfristigen Zyklus angekommen sind. Wenn die Autoindustrie beginnt, nach einem Hype auf Halde zu produzieren und Zusatzschichten passe sind, droht ein Krisenherbst. Keine guten Aussichten für die Gesamtwirtschaft. Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

  • Immer lustig und vergnügt bis der Arsch im Sarge liegt!

  • "Chinas Autobranche fürchtet um Absatz"

    Da kann ich nur sagen: "Fürchtet Euch nicht!"
    Der globale Bi-Turbo-Kapitalismus der letzten 10 Jahre wird morgen schon einen neuen Erdteil okkupieren. Wie wäre es mit Afrika? Die Chinesen haben sich doch schon mit viel Aufwand vor Ort in Stellung gebracht. Eine mit unglaublicher Geschwindigkeit wachsende Bevölkerung dort will doch sicher auch viele neue Autos haben.
    Also, bevor gejammert wird, können wir erst einmal in Ruhe die Afrikaner "zusmoggen".

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