Öl-Branche
BP gegen die vier Oligarchen

Der Streit unter den Aktionären des russischen Joint Ventures TNK-BP spitzt sich zu und droht das gesamte Unternehmen lahm zu legen. Anordnungen des Managements würden gezielt sabotiert, heißt es. Das Unternehmen stehe am "Scheideweg", sagt BP-Mann Robert Dudley.

MOSKAU. Der Streit zwischen den Aktionären des britisch-russischen Ölkonzerns TNK-BP droht das gesamte Unternehmen lahm zu legen. Anordnungen des Managements um den BP-Mann Robert Dudley würden gezielt sabotiert, heißt es in dem Konzern nahe stehenden Kreisen. Dudley selbst erklärte auf einer Konferenz am Wochenende in Moskau: TNK-BP stehe am Scheideweg, der weitere Weg sei „riskant“.

TNK-BP, der drittgrößte Erdölkonzern in Russland, gehört zu je 50 Prozent BP und einem Konsortium russischer Geschäftsmänner – der Alfa Group von Michail Fridman und German Khan (25 Prozent), Access Industries von Leonid Blawatnik (12,5 Prozent) und Renova von Wiktor Wekselberg (12,5 Prozent). Seit zum Jahreswechsel die Stillhalte-Vereinbarung über den Verkauf der Anteile ausgelaufen ist, kommt das Unternehmen nicht zur Ruhe – obwohl alle Partner immer wieder öffentlich betonen, keine Verkaufsabsichten zu verfolgen.

Gazprom gilt russischen Medienberichten zu Folge als möglicher Käufer für den Anteil der vier Oligarchen. Mit Gazprom verhandelt BP derzeit auch über die Bildung eine Joint Ventures, das international aktiv sein soll.

Der Streit zwischen den Partnern war in der vergangenen Woche an die Öffentlichkeit gelangt, als TNK-BP-Chef Dudley in einem Interview erstmals strategische Differenzen zwischen BP und den russischen Anteilseignern einräumte und vor den Folgen warnte. Das russische Konsortium verlangte daraufhin den Rücktritt Dudleys, was BP allerdings zurückweist. Eine auf Zypern anberaumte Aufsichtsratssitzung platzte. Einer der Streitpunkte ist der Einsatz ausländischer Experten, von denen nach Ansicht der russischen Seite zu viele in dem Gemeinschaftsunternehmen beschäftigt sind. Schlagzeilen machten zuletzt die Visa-Schwierigkeiten von 148 BP-Spezialisten: Die Experten, die nach Ansicht von BP dringend auf den Ölfeldern benötigt werden, konnten ihre Arbeit in Russland nicht antreten. Nach der vorläufigen Lösung des Problems – angeblich nachdem sich hohe Regierungsbeamte für die Arbeitsgenehmigungen eingesetzt hatten – stoppte ein russischer Minderheitsaktionär wiederum die Arbeit der Spezialisten per Gerichtsbeschluss.

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