Ölförderung im Irak
Der große Preis am Golf

Knapp fünf Jahre nach dem Einmarsch in den Irak bort immer noch kein westlicher Konzern in den wertvollen Ölfeldern. Jetzt soll ein neues Gesetz erstmals wieder internationale Energiekonzerne ins Land holen. Doch noch verhindert ein politischer Streit das Fortkommen.

LONDON/DÜSSELDORF. April 2003: Gewaltige Feuersäulen erheben sich nach der Invasion der Koalitionstruppen über den südirakischen Ölfeldern. Die von jahrzehntelanger Vernachlässigung und zwei Kriegen gebeutelte Ölindustrie des Landes erleidet einen weiteren Rückschlag. In europäischen Hauptstädten tragen Demonstranten Transparente mit dem Slogan „Kein Blut für Öl“ durch die Straßen. Der Ölreichtum des Irak, so sehen sie es, ist der eigentliche Grund für den Einmarsch der vorwiegend amerikanisch-britischen Truppen.

Knapp fünf Jahre später bohrt immer noch kein westlicher Ölkonzern im Irak nach Öl. Viele Bohranlagen, Leitungen und Raffinerien sind repariert, doch die Produktion liegt noch um fast eine halbe Mill. Barrel (je 159 Liter) am Tag unter dem Vorkriegsniveau von 2,8 Mill. Barrel. Das Potenzial des Landes mit den drittgrößten Ölreserven der Welt wird bei weitem nicht ausgeschöpft. Politischer Streit lähmt die Modernisierung der Ölindustrie und verhindert, dass sie die Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Zukunft des Landes spielt.

Doch jetzt tut sich etwas. Die Zentralregierung ist fest entschlossen, trotz prekärer Sicherheitslage und fehlender Gesetze mit ausländischen Konzernen ins Geschäft zu kommen. Ölminister Hussain Al-Shahristani verhandelt in der jordanischen Hauptstadt Amman mit den Statthaltern internationaler Ölkonzerne über Kooperationen zum Ausbau der Öl- und Gasförderung.

Als erste Stufe hat die Regierung vier so genannte Technische Unterstützungsverträge ausgeschrieben. Sie sehen die Ausbildung von Ölarbeitern, Lieferung von Ausrüstung und Hilfe bei Modernisierungen vor – alles machbar, ohne Personal in den Irak zu entsenden. Als nächsten Schritt hat sie eine Qualifizierungsrunde zur Vergabe von Bohrlizenzen gestartet. 70 Unternehmen haben sich beworben, darunter Shell und BP, Total, Repsol und Conoco Phillips. Die erste Runde Bohrlizenzen soll im Laufe des Jahres vergeben werden, die zweite 2009.

Seite 1:

Der große Preis am Golf

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%