Off-Shore-Anlagen
Siemens setzt auf Windparks auf hoher See

Es ist der erste Schritt in Richtung industrieller Stromerzeugung: Der südwestlich von Malmö gelegene Windpark "Lillgrund" versorgt rund 60 000 Haushalte mit Strom. 48 Windturbinen hat Siemens für den schwedischen Versorger Vattenfall in den Öresund gestellt - weitere, größere Off-Shore-Anlagen sollen folgen.

MALMÖ. Der kleine Hafen Klagshamn Pier ist auch Taxifahrern aus dem nahe gelegenen Malmö weitgehend unbekannt. Auf ihren Navigationsgeräten taucht das kleine Hafenbecken südwestlich der schwedischen Stadt am Öresund nicht auf. Die zwei niedrigen Schuppen machen einen eher unscheinbaren Eindruck. Doch der nagelneue Metallzaun um das Gelände mit fest verschlossenem Tor weisen auf eine größere Bedeutung hin.

Vom kleinen Klagshamn Pier aus versorgen Siemens und Vattenfall einen der größten Windparks in der Ostsee. 48 Windturbinen einschließlich der mehrere Stockwerke hohen Umspannstation hat Siemens für den schwedischen Versorger in den Öresund gestellt. Der "Lillgrund" genannte Windpark etwas südlich der neuen Öresundbrücke auf der Mitte zwischen Kopenhagen und Malmö erzeugt seit Herbst 2007 mit einer Kapazität von 110 Megawatt genügend Strom, um 60 000 Haushalte zu versorgen. "Lillgrund ist für uns der erste Schritt in Richtung industrieller Windstromerzeugung", sagt Anders Dahl, Chef der Windstromsparte von Europas viertgrößtem Stromkonzern.

Vattenfall will bis zum Jahr 2030 den Anteil des aus Wind erzeugten Stroms von jetzt einem Prozent auf zwölf Prozent erhöhen. "Der Anteil der Off-Shore-Anlagen wird bald bei 60 bis 70 Prozent liegen", sagt Dahl. Schon jetzt sieht sich Vattenfall als zweitgrößter Betreiber dieser Windturbinen über dem Meer nach der dänischen Dong Energy. Besonders in Schottland und Schweden sehen die Manager von Vattenfall gute Chancen für weitere Windparks - hier blase der Wind stark und die Küste sei dünn besiedelt.

Der Windpark Lillgrund liegt knapp sieben Kilometer sowohl von Kopenhagen als auch Malmö entfernt. Siemens hat extra einen Katamaran als Versorgungsschiff bauen lassen, das mehrmals täglich Techniker und Material zu den Windturbinen bringt. Die 48 Rotoren stehen in einer Wassertiefe von vier bis 13 Metern nahe der vielbefahrenen Schifffahrtsstraße unter der Öresundbrücke. "Schlechtes Wetter oder raue See sind für uns kein Problem", sagt der dänische Kapitän des Versorgungsschiffes, das natürlich auch "Lillgrund" heißt.

Einmal pro Jahr müssen die Windturbinen gewartet werden, dann stehen sie jeweils für rund eine Woche still. Für die Mechaniker ist es kein Vergnügen, in den 70 Meter hohen Windspargeln mit drei jeweils 45 Metern langen Flügeln zu arbeiten. Bereits der Aufstieg über enge Leitern und einem behelfsmäßigen Aufzug, schwer bepackt mit einer bergsteigerähnlichen Sicherheitsausrüstung, ist beschwerlich, die Arbeit in der Höhe an Getriebe, Generator und Elektrik erst recht.

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