Opel
Berger: „Die Deutschen sind sehr großzügig“

In den vergangenen Tagen ist es ein wenig ruhiger geworden um Opel. Dennoch steht die Zukunft des Autobauers und seiner Mitarbeiter auf der Kippe. Ein Interview mir Roland Berger, dem Opel-Beauftragten der Regierung, über die Zukunft Opels und den Nutzen der Abwrackprämie.
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Herr Berger, die US-Regierung hat General Motors aufgefordert, bis zum 31. März ein Sanierungskonzept vorzulegen. Rechnen Sie damit, dass GM pünktlich ist?

Berger: Ich kann nur unterstellen, dass ein Unternehmen, das sich in einer so ernsthaften Krise befindet und das von der amerikanischen Regierung eine Deadline gesetzt bekommen hat, diese Deadline auch einhält. Aber ich habe keinen direkten Kontakt mit der Konzernspitze in Detroit. Das Konzept ist für GM Europe von erheblicher Bedeutung, weil es sich mit den weltweiten Aktivitäten, von denen die europäischen ein Teil sind, beschäftigen muss. Erst wenn es vorliegt, kann man ein Fortführungskonzept für GM Europe entwickeln.

Was sind die Szenarien?

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder wird GM weltweit in der Lage sein, mit amerikanischen Geldern auch die europäischen Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Sonst muss man einen anderen Weg finden. Das kann auch die Ausgliederung der europäischen Aktivitäten bedeuten. Noch ist es zu früh, darüber zu spekulieren. In jedem Fall würde aber die Zusammenarbeit fortgesetzt, etwa was Plattformen oder Technologie sowie Vertrieb anbelangt.

Was halten Sie von der Verlängerung der Abwrackprämie?

Die Deutschen sind da sehr großzügig. Fiat und Peugeot verkaufen inzwischen in Deutschland mehr Autos als auf ihren jeweiligen Heimatmärkten. Ich halte das Instrument aber ausdrücklich für richtig, weil es der Wirtschaft hilft, ohne protektionistisch zu wirken. Wir werden unserer internationalen Verpflichtung gerecht: als eine Wirtschaftsmacht, die von der Globalisierung besonders profitiert. Eine Verlängerung der Umweltprämie wäre eine vernünftige Maßnahme. So überbrücken wir teils die Wirtschaftskrise und stärken die Nachfrage. Es geht darum, dass die arbeitenden Menschen nicht unter der Krise leiden sollen.

Quelle: Tagesspiegel

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