Opel
GM liebäugelt mit Ripplewood

Um Opels Zukunft wird weiter munter gepokert. Obwohl eigentlich Magna die besten Karten haben soll, deutet sich nun, dass vielleicht doch der Finanzinvestor Ripplewood mit seiner Tochter RHJ zum Zuge kommen könnte.

HB BANGALORE. Der insolvente US-Autobauer General Motors steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor einer Einigung mit dem Finanzinvestor RHJ über den Verkauf eines Opel-Anteils. Ein entsprechendes Memorandum könnte in den nächsten Tagen unterzeichnet werden, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Der Investor habe sein früheres Gebot nachgebessert und GM ziehe dies "sehr ernsthaft" in Betracht. Im Hinblick auf drohende Job-Verluste in Deutschland sei die neue Offerte nun politisch leichter zu vermitteln. GM und RHJ konnten für eine Stellungnahme zunächst nicht erreicht werden.

Der US-Autokonzern verhandelt mit Magna über den Verkauf seiner Europa-Tochter Opel, will sich aber noch nicht auf den kanadischen Autozulieferer als einzigen möglichen Käufer festlegen. Opel wird derzeit mit staatlichen Mittel am Leben gehalten.

Unterdessen kämpfen die europäischen Opel-Händler weiter um eine Beteiligung an der angestrebten neuen Opel-Gesellschaft. Die Händlervereinigung Euroda werde darüber am 22. Juli erneut mit Magna verhandeln, teilten die Händler am Dienstag mit.

Euroda und Magna seien sich einig, dass die in Aussicht gestellte Händlerbeteiligung an der neuen Gesellschaft „New Opel“ ein wesentlicher Bestandteil in den zukünftigen Vertriebsstrukturen sein sollte.

Zwar habe Magna bei einem ersten Treffen Mitte Juni „wenig Interesse an einer Händlerbeteiligung bei den Produktiveinrichtungen“ gezeigt. Gleichzeitig habe der Zulieferer aber signalisiert, dass eine Beteiligung im Vertriebsbereich durchaus vorstellbar sei. Der Vorsitzende der Vereinigung, Jaap Timmer, sagte: „Es geht um eine Beteiligung an der Vertriebsorganisation.“ Dass die Händler direkt Anteile am Unternehmen „New Opel“ halten werden, sei hingegen nicht wahrscheinlich. Die Details sollten beim nächsten Treffen in Frankfurt geklärt werden.

Magna-Chef Siegfried Wolf drängte auf einen schnellen Vertragsabschluss bei Opel. Jeden Tag ohne Entscheidung würde „Geld verbrannt“, sagte Wolf am Dienstag auf einem Automobil-Branchentag in Erfurt. „Wir wollen am 15. Juli zum Abschluss kommen“. Er machte aber auch deutlich, dass seine Kompromissbereitschaft Grenzen hat. „Wir wissen ziemlich genau, was wir zusagen können und was nicht.“ Magna dürften keine Hürden auferlegt werden, die nicht umsetzbar seien. Einem Rückkaufsrecht von Opel-Anteilen durch General Motors (GM) beispielsweise würde er „sicher nicht zustimmen“, sagte Wolf auf Nachfrage.

Magna gehe es um eine langfristige, nicht um eine Zwischenlösung. Nach Medienberichten soll auch der US-Finanzinvestor Ripplewood noch Interesse am Einstieg bei Opel haben. Er sei „guter Hoffnung“, bei Opel zum Zuge zu kommen, sagte der Magna-Chef. Ziel bleibe, zusammen mit Partnern aus Opel ein Unternehmen zu machen, das für Innovation steht und Gewinn macht.

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