Opel-Verkauf an Peugeot
Aufatmen bei den Opelanern

Der Opel-Verkauf hat bei vielen Mitarbeitern Ängste geweckt. Doch der Betriebsratschef beruhigt nun: Käufer Peugeot wolle Mitbestimmung, Tarifverträge und die Auslastungszusagen nicht antasten.
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RüsselsheimDer Betriebsrat von Opel ist Ängsten in der Belegschaft vor einem Arbeitsplatzabbau im Zuge der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern entgegengetreten. Die Beschäftigten könnten aufatmen, sagte Betriebsratsschef Wolfgang Schäfer-Klug am Donnerstag in Rüsselsheim. Bei zeitgleichen Betriebsversammlungen an allen deutschen Opel-Standorten wurden die Mitarbeiter über die geplante Neuorganisation des Traditionsunternehmens informiert.

Die Vereinbarungen zum Fortbestand von Mitbestimmung, Tarifverträgen und Auslastungszusagen garantieren ihm zufolge, dass die Franzosen diese beibehalten. Die Standorte in Deutschland wären damit bis weit nach 2020 ausgelastet. „Wir gehen mit viel Arbeit rüber, wir haben eine gute Verhandlungsposition“, sagte Schäfer-Klug.

Entscheidend dabei sei, dass es nicht nur einen bloßen Anteilsverkauf von der bisherigen Opel-Mutter General Motors an den Peugeot-Hersteller PSA gebe, sondern einen Betriebsübergang nach deutschem Recht. Dieser verschafft den aktuell Beschäftigten einen weitgehenden Bestandsschutz.

Opel trifft unterdessen Vorbereitungen für die Übernahme durch PSA. In einem ersten Schritt wird die Adam Opel AG in eine GmbH umgewandelt. Am Ende sollen alle Geschäftsaktivitäten von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall in einer Gesellschaft zusammengefasst werden. Umgesetzt werden soll das im Laufe des zweiten Quartals des laufenden Jahres.

Der Autobauer bestätigte seine Zusagen für die deutschen Werke: In Eisenach soll von 2019 an der Nachfolger des Mokka X produziert werden. In Rüsselsheim soll in einigen Jahren ein großer SUV vom Band laufen. Auch alle weiteren Vereinbarungen sollen nach einer Integration von Opel/Vauxhall in den PSA-Konzern Bestand haben. Demnach sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2018 ausgeschlossen, Investitionszusagen gelten bis 2020.

Dass PSA diese Garantien einhalten wird, hatte PSA-Chef Carlos Tavares bereits am Mittwoch bei einem Treffen in Berlin der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Werken (Hessen/Rüsselsheim, Rheinland-Pfalz/Kaiserslautern, Thüringen/Erfurt) zugesichert. Wie ist danach weitergeht, ist offen.

„Wir sind einigermaßen entspannt, was die Werke betrifft, weil wir gut ausgelastet sind“, sagte Schäfer-Klug nach der Betriebsversammlung in Rüsselsheim. Zu Befürchtungen, es könnten Werke geschlossen und Stellen abgebaut werden, sagte der Betriebsratschef: „2,2 Milliarden zu zahlen, um Opel abzuwickeln, wäre ein denkbar schlechtes Geschäft.“

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und PSA Peugeot Citroën hatten sich Anfang März auf den Verkauf der seit Jahren verlustreichen Europatochter geeinigt. Angestrebt ist, das Geschäft bis zum Jahresende abzuschließen. Die Franzosen sollen für das GM-Europageschäft inklusive Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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