Optimistismus für 2006
Maschinenbauer schimpfen auf Metall-Tarifabschluss

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sehen ihre Wachstumserwartungen für 2006 nach den ersten Monaten bestätigt.

HB HANNOVER. „Unsere Branche befindet sich im dritten Wachstumsjahr in Folge“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher, am Montag auf der Hannover Messe. Er bekräftigte die Jahresprognose, wonach die Produktion in der Branche mit 864.000 Beschäftigten 2006 um real zwei Prozent steigen soll. Insbesondere die lange Zeit schleppende Inlandsnachfrage habe zuletzt deutlich angezogen und verzeichne zweistellige Wachstumsraten.

„Nach einem Plus von 5,3 Prozent im Jahr 2004 und 4,7 Prozent im letzten Jahr wird die Produktion im laufenden Jahr um real zwei Prozent zulegen können“, sagte Brucklacher. Im vergangenen Jahr war der Zuwachs mit 4,4 Prozent noch stärker ausgefallen. Das Plus der vergangenen drei Jahre in dem üblicherweise stark zyklische Geschäft von insgesamt rund zwölf Prozent sei zuletzt in den Jahren 1988 bis 1990 erreicht worden.

Der Verband verwies darauf, dass in dem Zeitraum von Dezember 2005 bis Februar 2006 die Bestellungen aus dem Ausland bereits um 13 Prozent zugelegt hätten. Auf dem lange Zeit schwachen Inlandsmarkt zeichne sich mit einem Dreimonats-Plus von 22 Prozent zudem eine positive Trendwende ab. Die Zahlen für März will der Verband im Laufe der Woche vorlegen.

Auf massive Kritik stößt bei den Maschinenbauern die Tarifeinigung für die Metallindustrie. „Wir müssen uns härter mit den Gewerkschaften auseinandersetzen, sonst verlieren wir unsere Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Brucklacher zu der am Wochenende in Nordrhein-Westfalen erzielten Tarifeinigung, die im Kern eine Lohnerhöhung von drei Prozent über zehn Monate vorsieht. „Wir rechnen damit, dass die Tariferhöhung langfristig Arbeitsplätze vernichten wird“, fügte er hinzu. In welcher Höhe dies geschehen könnte, sagt Brucklacher nicht.

„Wir schimpfen auf den Abschluss, nicht auf die Verhandlungsführung der Arbeitgeber“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. Die Möglichkeiten der der Arbeitgeber seien begrenzt gewesen. „Wenn man volle Auftragsbücher hat, kann man nicht streiken“, fügte er hinzu.

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