Pariser Autosalon
Saab-Chef will nicht nur mit BMW in die Zukunft fahren

Der Motor-Deal mit BMW ist für Saab-Eigner Victor Muller der Beweis: Dank Kooperationen mit den Großen der Branche können auch kleine Autohersteller überleben. Und Muller ist sich auf dem Pariser Autosalon sicher: Partnerschaften wie die mit dem deutschen Premium-Autobauer wird es immer mehr geben. Nur einem Branchen-Beispiel will Saab auf gar keinen Fall folgen.
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PARIS. Auch wenn am Ende nur Motoren und keine Plattform für einen neuen Kleinwagen in die Werkshallen von Saab rollen werden, wie lange gemutmaßt worden war: Der Deal mit dem deutschen Premium-Autobauer BMW ist für Victor Muller ein Meilenstein, ein "wichtiger Beweis dafür, dass wir endlich Herr unseres eigenen Schicksals sind". Die Zeiten, in denen Saab als schwächstes und oft auch letztes Glied in der Kette im einstigen Mutterkonzern General Motors nicht immer die passende Technik zugeteilt bekomme habe, seien nun endgültig vorbei.

BMW wird von 2012 an einen 1.6-Liter-Turbo-Benziner samt zusätzlicher Technologien wie etwa einer Start-Stop-Automatik an Saab liefern, die dann in die Neuauflage des Mittelklasse-Modells 9-3 verbaut werden soll. Über das Auftragsvolumen und die finanziellen Details haben die beiden Auto-Hersteller Stillschweigen vereinbart.

Anders als noch im Juni gemutmaßt worden war, wird BMW neben Motoren keine technologischen Module oder Plattformen für eine neue Variante des Saab 9-2 liefern, etwa auf Basis des populären Mini aus dem Hause des Münchner Konzerns. Bei der Saab-Übernahme Anfang des Jahres hatte der neue niederländische Eigentümer Spyker angekündigt, womöglich eine vierte, kleine Reihe auf den Markt zu bringen. Und an diesem Ziel hält Saab auch weiter fest - auch wenn sich das Auto nicht im Geschäftsplan des schwedischen Unternehmens findet.

"Ein kleiner Saab steht weiter ganz oben auf unserer Wunschliste", sagte Saab-Chef Jan Ake Jonsson auf der Autoshow in Paris. "Wir wollen dieses Auto definitiv, aber wir können es nicht alleine stemmen. Wir brauchen Partner." Dass dieser am Ende vielleicht doch BMW heißen könnte, ist keineswegs ausgeschlossen. "Wir diskutieren weiter miteinander", so Jonsson. Gegenwärtig habe man sich in den Gesprächen mit BMW allein auf die Zulieferung von Motoren konzentriert. Aber: "BMW ist ein sehr breit aufgestelltes Unternehmen, das uns eine Reihe von Möglichkeiten bieten könnte." Und das gelte nicht nur für Saab, sondern umgekehrt auch für BMW, wie Jonsson und Muller betonen.

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