Peugeot
Verwaltungsrat will Einstieg Chinas gutheißen

Insidern zufolge sollen die finalen Verhandlungen Peugeots mit dem französischem Staat und Dongfeng starten. Der Verwaltungsrat sei für den Chinesen-Einstieg. Das würde einen bevorzugten Aktienverkauf mit sich bringen.
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LondonDer Einstieg des chinesischen Staatskonzerns Dongfeng und der französischen Regierung bei Peugeot wird immer wahrscheinlicher. Der Verwaltungsrat habe am Dienstag dem Vorhaben zugestimmt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach erwerben Dongfeng und Frankreich je rund ein Fünftel an dem Autobauer. Dies soll über einen bevorzugten Aktienverkauf und eine begleitende Bezugsrechte-Emission für Altaktionäre erfolgen. Der Preisnachlass werde bei etwa 40 Prozent auf den aktuellen Peugeot-Aktienkurs liegen. Das Papier war am Mittwoch bei 11,50 Euro aus dem Handel gegangen.

Die Verhandlungen über die Kapitalerhöhung im Umfang von 3,5 Milliarden Euro gingen jetzt in die letzte Runde, sagte die Person, die anonym bleiben wollte. Ein Peugeot-Sprecher und die französische Regierung lehnten eine Stellungnahme am Abend ab. Dongfeng war zunächst nicht erreichbar.

Seit Monaten laufen die Gespräche zwischen den Franzosen und den Chinesen. Peugeot und Dongfeng betreiben bereits das Joint-Venture DPCA in China. Durch einen Einstieg des Staates und Dongfengs würde die Gründer-Familie Peugeot deutlich an Macht verlieren und hätte nur noch 15 Prozent inne, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person.

Derzeit ist die Familie an der 1810 gegründeten Firma noch mit 25,4 Prozent beteiligt. Auch der Anteil des US-Autobauers General Motors von derzeit sieben Prozent würde deutlich verwässern.

Ziel des französischen Autobauers ist es, bis Anfang 2014 die Kapitalerhöhung über die Bühne zu bringen. Dem Renault -Rivalen mangelt es angesichts des massiven Nachfrage-Einbruchs an liquiden Mitteln. Vergangenes Jahr hatte das Unternehmen fünf Milliarden Euro Verlust eingefahren und wird nun bereits mit Staatshilfen im Umfang von sieben Milliarden Euro gestützt. Peugeot muss dringend Kosten einsparen, kommt allerdings nur schwerlich voran. Verteilt über zwei Jahre sollen 11.200 Stellen gestrichen werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Vereinigten Französischen Autowerke Renault-Peugeot unter Staatsführung kommen! Wie sollte es auch anders sein. Ohne Staat geht nix im rückständigen Frankreich.

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