Pfeiffer Vacuum
Pumpen-Spezialist bringt sich gegen Großaktionär in Stellung

Die Übernahme von Pfeiffer Vacuum durch Großaktionär Busch ist geplatzt. Vorstandschef Manfred Bender wirbt nun um die Unterstützung der Aktionäre und will eine um 40 Cent erhöhte Dividende auszahlen.
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DüsseldorfPfeiffer Vacuum wirbt nach der geplatzten Übernahme durch den Großaktionär Busch um die Unterstützung der anderen Anteilseigner. Der Vakuumpumpenhersteller kündigte am Donnerstag eine deutliche Anhebung der Dividende, höhere Umsätze und Ergebnisse und mögliche Übernahmen von kleineren Konkurrenten an. „Wir wollen Pfeiffer Vacuum weiterentwickeln und unseren Aktionären eine langfristige Perspektive bieten“, sagte Vorstandschef Manfred Bender in Frankfurt. An der Börse kamen die Pläne gut an. Die im Technologieindex TecDax notierten Aktien kletterten um bis zu 4,5 Prozent auf ein 17-Monats-Hoch von 109,90 Euro.

Bender rief die Pfeiffer-Aktionäre auf, an der Hauptversammlung am 23. Mai teilzunehmen, um mögliche Eingriffe des Großaktionärs Busch abzuwehren. Nur wenn die Präsenz bei dem Aktionärstreffen hoch genug sei, könnten der Vorstand und der Aufsichtsrat die neue Strategie des Konzerns umsetzen. „Auch wenn das Angebot von Busch vorerst vom Tisch ist, muss es nach wie vor unsere Sorge sein, dass Busch seinen Anteil von derzeit knapp unter 30 Prozent dazu nutzt, um wesentliche Entscheidungen gegen das Interesse der verbleibenden 70 Prozent unserer Aktionäre durchzusetzen.“

Das badische Familien-Unternehmen Busch war im Herbst 2015 bei Pfeiffer Vacuum eingestiegen und hatte seinen Anteil auf 29,98 Prozent aufgestockt, bevor die Firma ein Übernahmeangebot von 96,20 Euro je Aktie machte. Nachdem Pfeiffer Vacuum aber zu einer außerordentlichen Hauptversammlung eingeladen hatte, blies Busch überraschend die Übernahme mit der Begründung ab, damit sei eine Angebotsbedingung nicht erfüllt.

Nun hätten sich die Spielräume für Pfeiffer erhöht, sagte Bender. „Wir sind jetzt frei in der Entscheidung und haben alle Möglichkeiten.“ Zur Hauptversammlung im Mai solle es erste Details zu den Plänen geben. Möglich seien Aktienrückkäufe oder Dividendenerhöhungen, aber auch Kooperation oder Fusionen seien nicht auszuschließen.

Für das vergangene Jahr sollen die Aktionäre eine um 40 Cent höhere Dividende von 3,60 Euro erhalten. Umsatz und Ergebnis sollen 2017 deutlich steigen. Aktuell liege der Umsatz 20 Prozent über dem Vorjahr. Auch für 2018 zeigte sich der Vorstand zuversichtlich. Unter anderem soll das Geschäft in den USA und Asien ausgebaut werden.

2016 steigerte Pfeiffer den Umsatz um fünf Prozent auf 474,2 Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebit) kletterte um fast zwölf Prozent auf 68 Millionen Euro. Netto blieben 47 (Vorjahr: 41,9) Millionen Euro. Die Vakuumpumpen von Pfeiffer werden unter anderem bei der Beschichtung von Spiegel, die Verpackung von Lebensmitteln und zur Oberflächenbehandlung von Funktionskleidung eingesetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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