Pfizer will sich von Generika-Produzent trennen
Heumann bestätigt Übernahmegespräche mit Merck

Der zum weltgrößten Pharmakonzern Pfizer gehörende Generikahersteller Heumann hat nach eigenen Angaben informelle Gespräche mit Merck über eine Übernahme durch das Darmstädter Pharmaunternehmen geführt.

HB FRANKFURT. „Wir bestätigen, dass vergangenen Woche informelle Gespräche geführt worden sind“, sagte Heumann-Geschäftsführer Wolfgang Niedermaier am Montag in Nürnberg. Über den Stand der Verhandlungen machte er keine Angaben und verwies auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung mit Merck. Heumann habe aber auch mit anderen Unternehmen Sondierungsgespräche geführt. Das Unternehmen hatte zuletzt einen Jahresumsatz von insgesamt 100 Mill. Euro erzielt. Mit preiswerten Nachahmermedikamenten (Generika) setze Heumann 60 Mill. Euro um, sagte Niedermaier.

Pfizer habe mit der Übernahme von Pharmacia im vergangenen Jahr seine strategischen Optionen geprüft, erläuterte Niedermaier. „Dabei hat Pfizer festgestellt, dass Generika in Europa nicht zum Kerngeschäft gehören.“ Die Frage sei nun, welches Unternehmen als Käufer für Heumann in Betracht komme. „Im Grunde kämen alle Generikaplayer in Frage, die in Deutschland nicht stark vertreten sind.“ Ideal wäre der Einstieg eines internationalen Unternehmens, das mit Heumann eine deutsche Traditionsmarke erwerben wolle.

Gesundheitsreform belastet Pharma-Unternehmen

Nach Einschätzung von Analysten könnte Heumann eine gute Wahl sein, aber eine solche Fusion wäre kein großes Geschäft für Merck. „Heumann würde gut passen, aber es wäre keine wegweisende Transaktion für Merck“, urteilte Andreas Theisen, Analyst bei der WestLB. „Aber es könnte helfen, Kosteneinsparungen zu generieren, was wichtig ist, da sie die deutsche Gesundheitsreform zu spüren bekommen.“

Vergangene Woche wurde aus Branchenkreisen bekannt, dass Merck in Kürze eine Akquisition bekannt geben werde. Merck sei aber nicht in Gesprächen mit dem Bad Vilbeler Generikahersteller Stada, wie am Markt spekuliert worden war. An anderer Stelle hatte es in der Branche geheißen, Merck befinde sich in einer eingehenden Unternehmsprüfung mit einigen Firmen. Eine Übernahme könnte im generischen Bereich oder bei ethischen Produkten, also verschreibungspflichtigen Medikamenten, erfolgen. Merck lehnte eine Stellungnahme ab.

Merck hatte im Februar nach dem Verkauf seiner Laborsparte erklärt, das Unternehmen werde sich nach Akquisitionsmöglichkeiten bei Generika und Lizenzen für verschreibungspflichtige Medikamente umsehen.

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