Pharmabranche
Stada spart gegen Umsatzrückgang an

Nach deutlichen Umsatz- und Ertragseinbußen im ersten Halbjahr will der Pharmahersteller Stada die Kosten deutlich senken und die Verschuldung reduzieren. Eine Neuordnung der Verwaltung und effizientere Produktionsstrukturen sollen bei dem Spezialisten für patentfreie Nachahmer-Medikamente (Generika) zweistellige Millionenbeträge einsparen.

FRANKFURT. Um die Steuerbelastung zu reduzieren, prüft das Bad Vilbeler Unternehmen zudem eine Verlegung der Konzernzentrale. Akquisitionen will Vorstandschef Hartmut Retzlaff nur noch ganz behutsam angehen. Eine zentrale Aufgabe werde eher darin bestehen, die relativ hohe Netto-Verschuldung zu reduzieren, sagte er gestern.

Der bisherige Finanzchef Wolfgang Jeblonski kann dabei nicht mehr mithelfen. Er ist am Mittwochabend überraschend aus dem Unternehmen ausgeschieden – „im besten Einvernehmen“, wie es hieß. Zu den Gründen wollte sich Retzlaff nicht äußern. Es sei eine einvernehmliche Entscheidung des Aufsichtsrats und von Jeblonski gewesen und habe mit Geschäftsentwicklung und Zahlenwerk nichts zu tun. Jeblonski, dessen Vertrag noch bis Ende August 2011 gelaufen wäre, wird rund zwei Mio. Euro Abfindung erhalten. Ein Nachfolger wird gesucht, ist nach den Worten Retzlaffs bisher aber noch nicht in Sicht.

Der Wachwechsel im Finanzressort kommt für Stada nicht gerade zu einem günstigen Zeitpunkt. Denn angesichts einer schwachen Geschäftsentwicklung dürfte die Finanzstruktur des Konzerns stärker in den Fokus von Investoren und Kreditgebern rücken. Der Expansionskurs des Konzerns, der seinen Umsatz seit Ende der 90er-Jahre mehr als vervierfachte, ist 2008 ins Stocken geraten und mündete im ersten Halbjahr 2009 in eine Schwächephase. Im zweiten Quartal lag der Umsatz um zwölf Prozent unter Vorjahr. Im gesamten ersten Halbjahr sank er um acht Prozent auf 755 Mio. Euro, das bereinigte operative Ergebnis schrumpfte um 22 Prozent auf 89 Mio. Euro, der Netto-Gewinn um 23 Prozent auf 48,3 Mio. Euro.

Stada führt den Umsatzrückgang vor allem auf Desinvestitionen und negative Währungseffekte zurück. Die Erträge wurden unter anderem durch sinkende Preise in Deutschland und anderen EU-Ländern sowie währungsbedingte Einbußen in Osteuropa belastet. Während Analysten und Börse die Zahlen gestern als enttäuschend bewerteten, sieht Firmenchef Retzlaff diese im Rahmen der Erwartungen. Er bekräftigte die Hoffnung, den Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr aufzuholen und einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) in Höhe des Vorjahreswertes von etwa 250 Mio. Euro zu erzielen. Geschäftsmodell und längerfristige Wachstumsperspektiven seien weiterhin intakt.

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