Pharmakonzern
Merck erhöht Umsatzprognose

Gute Nachrichten aus Darmstadt: Bei Merck zahlt sich das Sparprogramm aus und auch eine ordentliche Nachfrage nach Flüssigkristallen macht sich bemerkbar. Konzernchef Kley ist optimistisch und erhöht die Prognose.
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FrankfurtDer harte Sparkurs des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck zeigt Wirkung. "Wir erwarten für 2012 ein Jahr mit guten Finanzergebnissen und nähern uns gleichzeitig mit unserer Profitabilität dem Wettbewerb", erklärte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley am Donnerstag. Nach einem überraschend deutlichen Zuwachs des operativen Gewinns im dritten Quartal erhöhte Kley das Umsatzziel für das Gesamtjahr. Im dritten Jahresviertel profitierte das Unternehmen unter anderem von einer kräftigen Nachfrage nach Flüssigkristallen und Preiserhöhungen im Pharmageschäft.

"Merck ist gut unterwegs, und das trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten und mitten in unserem eigenen Transformationsprozess", erklärte Kley. Der operative Gewinn (Ebitda vor Sondereinflüssen) nahm von Juli bis September binnen Jahresfrist um 15,6 Prozent auf 754,2 Millionen Euro zu. Analysten hatten lediglich mit 740 Millionen Euro gerechnet. Merck setzte 2,84 Milliarden Euro um - ein Plus von 12,2 Prozent.

Hohe Sonderlasten unter anderem für den Abbau und die Verlagerung von Stellen im Zuge des Sparprogramms drückten allerdings den Überschuss um 17,2 Prozent auf 185,5 Millionen Euro. Merck schließt unter anderem die Zentrale der Pharmasparte Merck Serono in Genf, wo 500 der zuletzt 1250 Stellen wegfallen und 750 Jobs an andere Standorte verlagert werden. In Deutschland sollen bis Ende 2015 etwa 1100 der aktuell rund 10.900 Stellen gestrichen werden.

Im lukrativen Flüssigkristallgeschäft sorgte unter anderem eine höhere Nachfrage aus China für Schwung. Merck ist Weltmarktführer in dem Geschäft mit den Kristallen, die unter anderem in Flachbild-Fernsehern und Handy-Displays zum Einsatz kommen. Der bereinigte operative Gewinn der Sparte Performance Materials, zu der das Flüssigkristallgeschäft gehört, stieg um 38,8 Prozent. Für das vierte Quartal rechnet Merck allerdings mit einer Abschwächung der Nachfrage nach den Kristallen. Die Sparte Performance Materials werde dann nur noch ein bereinigtes operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielen, erklärte Merck.

Im Pharmageschäft stach im dritten Quartal das Geschäft mit dem Top-Medikament Rebif zur Behandlung von Multipler Sklerose heraus. Die Umsätze mit dem Präparat kletterten um 10,2 Prozent. Dabei profitierte Merck von höheren Preisen im weltgrößten Pharmamarkt USA. Auch Konkurrenten wie Bayer hatten dort ihre Preise erhöht.

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