Pharmakonzern
Merck streckt Fühler nach Zukäufen aus

Auch der Pharma- und Chemiekonzern Merck lässt sich von der Übernahmewelle in der Branche mitreißen: Das Unternehmen sucht derzeit nach Übernahme-Möglichkeiten. Denn Merck braucht dringend neue Medikamente im Sortiment.
  • 0

FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Merck hält nach Übernahmen Ausschau. „Wir sind offen für mittelgroße Akquisitionen. Das trifft nicht nur auf die Spezialitätenpharma zu, sondern auch auf die übrigen drei Sparten von Merck“, sagte Pharmachef Stefan Oschmann der Schweizer Zeitschrift „Finanz und Wirtschaft“. Merck wolle sich in den Bereichen Onkologie und Immunologie verstärken. „Einen ganz großen Biotech-Wettbewerber oder Pharmakonzern können und wollen wir nicht übernehmen“, schränkte Oschmann aber ein. Auch im Geschäft mit nichtrezeptpflichtigen Medikamenten seien keine größeren Zukäufe geplant, „kleine bis mittelgroße Transaktionen prüfen wir gern“.

Durch die Pharmabranche rollt derzeit eine Übernahmewelle. Zuletzt hatte Bayer angekündigt, für 10,4 Milliarden Euro die Sparte mit rezeptfreien Arzneien des US-Pharmakonzerns Merck & Co zu schlucken. Dagegen scheiterte Pfizer mit einem Gebot für AstraZeneca. Merck hatte sich zuletzt im Chemiegeschäft mit der Übernahme der britischen AZ Electronic verstärkt.

In der Pharmasparte braucht Merck dringend Nachschub an neuen Medikamenten. Denn nach einer Reihe von Fehlschlägen in der Arzneiforschung in den vergangenen Jahren hat der Konzern aktuell kaum Neuentwicklungen kurz vor dem Marktstart. In den Bereichen Onkologie und Immunologie erwartet Oschmann die größten Fortschritte in der Pipeline, wie er der Zeitschrift sagte. Aber auch in der Entwicklung von Nachahmerprodukten für Biotechmittel (Biosimilars) mache Merck gute Forschritte. Zwischen 2016 und 2018 wolle der Konzern die ersten Produkte auf den Markt bringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pharmakonzern: Merck streckt Fühler nach Zukäufen aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%