Pharmakonzern
Stada rückt von Grünenthal-Kauf ab

Der Pharmakonzern Stada will nicht länger das Marken-Portfolio des Konkurrenten Grünenthal für Mitteleuropa kaufen. Damit reduziere sich der gesamte Kaufpreis der Grünenthal-Aktivitäten auf 152 Millionen Euro.
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FrankfurtDer Pharmakonzern Stada ist vom Kauf eines Marken-Portfolios des Konkurrenten Grünenthal für Mitteleuropa zurückgetreten. Stada teilte am Neujahrstag mit, das vertragliche Rücktrittsrecht sei ausgeübt worden, nachdem die Kartellbehörden der Transaktion nicht bis zum vereinbarten Stichtag am 31. Dezember zugestimmt hätten. Damit reduziere sich der gesamte Kaufpreis der Grünenthal-Aktivitäten, zu denen nun noch Marken und Vertriebsstrukturen für Osteuropa und den Nahen Osten gehören, auf 152 von 360 Millionen Euro.

Im Mai hatte Stada angekündigt, das Arzneimittelpaket mit 14 Präparaten vom Rivalen Grünenthal zu erwerben. Die Eigen- und Lizenzmarken, darunter vor allem patentfreie Schmerzmittel, würden in vielen Märkten Mittel- und Osteuropas sowie im Nahen Osten vertrieben. Dafür und für einen geplanten kleineren Zukauf in der Schweiz hatte Stada über Schuldscheindarlehen insgesamt 400 Millionen Euro aufgenommen.

Dem Unternehmen aus Bad Vilbel macht der Spardruck in den Gesundheitssystemen vieler Länder zu schaffen. Durch den Ausbau des Auslandsgeschäfts vor allem in Osteuropa will Stada seine Abhängigkeit vom Kerngeschäft mit Nachahmermedikamenten in Deutschland reduzieren. Zuletzt hatte es aber in Serbien einen Rückschlag gegeben: Wegen neuer Zahlungsschwierigkeiten dortiger Großhändler hatte Stada für das dritte Quartal 97 Millionen Euro an außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen vor Steuern angekündigt.

Vor einem Jahr hatte Stada schon einmal wegen Zahlungsproblemen in Serbien millionenschwere Sonderbelastungen verbucht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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