Pharmakonzern verbucht deutlichen Gewinnrückgang
Nachahmermittel setzen Glaxo Smithkline zu

Europas größter Pharmakonzern Glaxo Smithkline hat angesichts des schwachen Dollars sowie des harten Wettbewerbs durch Nachahmermedikamente im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Mit seinen Gewinnzahlen übertraf der Konzern dennoch die Markterwartungen.

Reuters LONDON. „Offen gesagt, wir bewegen uns nun durch das Auge des Sturms“, kommentierte Konzernchef Jean- Pierre Garnier auf einer Telefonkonferenz die Zwischenbilanz.

Garnier bekräftigte, er gehe davon aus, dass das britische Unternehmen im vierten Quartal auf den Wachstumspfad zurückkehre. Der Gewinn im Gesamtjahr solle – ausgenommen negative Währungseffekte – mindestens auf Vorjahresniveau liegen. Zudem kündigte Garnier an, Investoren am 23. November über zwei neue Schlüsselmedikamente gegen Depressionen und Schmerzen informieren zu wollen.

Wie Glaxo Smithkline mitteilte, sank der Vorsteuergewinn binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 1,63 Mrd. Pfund (rund 2,46 Mrd. Euro). Der Gewinn pro Aktie im Quartal nahm um 16 Prozent auf 20,1 Pence ab. Analysten hatten im Schnitt allerdings nur mit 19,2 Pence gerechnet. Glaxo-Aktien, die vor Bekanntgabe des Zwischenberichts bei 10,75 Pfund gelegen hatten, lagen am Nachmittag gut zwei Prozent im Plus bei 10,91 Pfund. „Das Unternehmen spricht offensichtlich wieder zuversichtlicher über die Pipeline, und das ist sehr wichtig für Glaxo“, sagte Navid Malik, Analyst bei Williams de Broe.

Der Konzernumsatz sank um sechs Prozent auf 5,06 Mrd. Pfund. Glaxo kämpft mit dem härtesten Geschäftsumfeld seit der Konzerngründung vor etwa vier Jahren. Der Arzneihersteller muss in den USA die Konkurrenz kostengünstigerer Nachahmermedikamente für seine Anti-Depressionsmittel Paxil und Wellbutrin verdauen. Dazu kommt ein schwacher Dollar, was bedeutet, das bei Umrechnung in Pfund die Zahlen noch schwächer aussehen.

Die Umsätze mit dem Anti-Depressionsmittel Paxil, einst der Verkaufsschlager des Konzerns, sanken um 41 Prozent. Glaxo hofft durch eine breite Forschungspipeline – so wird in der Branche der Bestand an in der Entwicklung befindlichen Arzneien bezeichnet – Lücken im Arzneimittelbestand auszugleichen. Darunter sind Mittel gegen Krebs, Allergien, Schmerzen und Depressionen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%