Philips
NXP profitiert von der Selbstständigkeit

Wenn sich Liebende trennen, fließen Tränen und Herzen zerbrechen. Im Geschäftsleben ist es anders: Hier freuen sich die Manager meist über eine Trennung, denn alleine und auf sich gestellt steigen ihre Freiheiten. So ist es auch im Fall NXP. Vor knapp anderthalb Jahren hat der niederländische Elektronik-Konzern Philips seine Halbleitersparte verkauft.

HAMBURG. Unter eigener Regie habe sich das Unternehmen aus Eindhoven seither bemerkenswert gut entwickelt, meint NXP -Vorstand Marc de Jong: "Früher war Philips als Eigentümer auch unser Hauptabnehmer und hat deshalb stark unsere Strategie bestimmt. Heute richten wir uns ganz nach dem Markt - und haben so viele zusätzliche Kunden gewonnen."

Bis zum Verkauf seien viele potenzielle Abnehmer mit Bestellungen sehr zurückhaltend gewesen, weil sie direkte Wettbewerber von Philips seien, sagt der für das Autogeschäft zuständige de Jong im Gespräch mit dem Handelsblatt. Seit NXP auf eigenen Beinen stehe, sei dies nicht mehr der Fall. Dies gelte vor allem für die Unterhaltungsgeräte-Hersteller.

Und noch einen Vorteil habe die Selbstständigkeit: Früher habe die Halbleitersparte viele Produkte entwickelt, die andere Bereiche des Konzerns für sich nutzen wollten. Jetzt könne NXP auf den Markt bringen, was sich extern gut verkaufe, betont de Jong: "Wir entscheiden nun viel schneller."

Finanzinvestoren unter der Führung von KKR haben die Halbleitersparte von Philips im Sommer 2006 für rund 4,5 Mrd. Dollar übernommen und anschließend in NXP umbenannt. Der Name steht als Abkürzung für das Englische "Next Experience". Der Traditionskonzern Philips ist nicht ganz ausgestiegen, sondern hält noch immer knapp 20 Prozent der Anteile. Das Sagen haben allerdings die angelsächsischen Fonds.

Es war eine der größten Transaktionen mit Private-Equity-Häusern, die es in der Halbleiterbranche je gegeben hat. Die bekannteste Akquisition von Beteiligungsgesellschaften im Chipgeschäft ist Freescale. Dabei kaufte 2006 ein Konsortium von Blackstone, Carlyle und Texas Pacific die ehemalige Chipsparte von Motorola für 17,6 Mrd. Dollar.

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