Porsche-Chef Wiedeking
"Feindliche VW-Übernahme verhindert"

Porsche sei beim Einstieg bei VW "garantiert" Investmentbanken zuvorgekommen, sagt Konzernchef Wendelin Wiedeking. Damit habe Porsche eine feindiche Übernahme verhindert.

HB FRANKFURT. „Als wir kauften, haben viele andere auch gekauft, und zwar in großem Umfang und zu Preisen, die wir nie hätten zahlen wollen“, sagte Wiedeking dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut der am Montag erscheinenden Ausgabe. „Garantiert haben wir auch einigen Investmentbankern einen möglichen Deal zerschlagen.“ Der Stuttgarter Sportwagenhersteller habe mit seinem Engagement einen feindlichen Einstieg Dritter bei dem deutlich größeren Wolfsburger Autokonzern verhindert.

Das VW-Gesetz bietet zwar einen erheblichen Schutz gegen eine feindliche Übernahme, insofern es festlegt, dass ein einzelner Aktionär nicht mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben kann. Damit kann aber nicht verhindert werden, dass eine Gruppe von Investoren in einem abgestimmten Vorgehen nach Volkswagen greift.

Porsche hatte unlängst mit dem Erwerb von 18,5 Prozent der VW-Aktien das Land Niedersachsen, das 18 Prozent hält, als größten Aktionär abgelöst. Zugleich verfügen die Stuttgarter über eine Option, die ihnen den Kauf von weiteren rund drei Prozent erlaubt. Gegenüber einer Zusammenarbeit von VW mit DaimlerChrysler zeigte sich Wiedeking aufgeschlossen. Er würde eine weitere Kooperation begrüßen, die Volkswagen festige und mehr Geld bringe, sagte er.

Der Porsche-Chef wies zugleich Befürchtungen zurück, mit einer Vertretung von Porsche im VW-Aufsichtsrat könne es zu Interessenkonflikten kommen. „Volkswagen verkauft lediglich 2,8 Prozent seiner Produkte im gleichen Segment wie Porsche. Kartellrechtlich relevant ist eine solche Überlappung erst bei 25 bis 33 Prozent“, gab er zu bedenken. Zum geplanten Einzug von Porsche-Vertretern in den VW-Aufsichtsrat wollte sich Wiedeking nicht äußern.

Er verteidigte allerdings Aufsichtsratschef Ferdinand Piech, dem Interessenkonflikte vorgehalten werden. „Es obliegt dem Vorstand, das Produktprogramm zu definieren, nicht dem Aufsichtsrat. Interessenkollisionen können also gar nicht stattfinden, wenn man sich nach der Geschäftsordnung verhält“, sagte der Porsche-Chef. Piech ist der Enkel von Unternehmensgründer Ferdinand Porsche und hat mit seiner Familie das Sagen beim Stuttgarter Sportwagenhersteller. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte als Vertreter des zweitgrößten VW-Aktionärs angekündigt, Piechs Doppelrolle untersuchen zu lassen.

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