Porsche Familienholding
Hans Michel Piëch verpfändet Aktien für 400 Millionen Euro

Hans Michel Piëch muss den Kauf der Porsche-Aktien seines Bruders Ferdinand offensichtlich per Kredit finanzieren. Er hat in den vergangenen Wochen dafür Aktien im Wert von mehr als 400 Millionen Euro verpfänden lassen.
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DüsseldorfHans Michel Piëch kann die Übernahme der Aktien an der Familienholding Porsche SE von seinem Bruder Ferdinand offenbar nur mit Hilfe der Banken finanzieren. Darauf deutet ein Aktiengeschäft hin, das am Donnerstagabend bekannt geworden ist. In einer Börsenmitteilung der Porsche SE hieß es, dass ein großer Teil der Piëch-Aktien „im Rahmen eines Kreditgeschäfts“ verpfändet worden sei.

Nach Angaben der Porsche SE hat die HMP Vermögensverwaltung GmbH gut 7,1 Millionen Stammaktien verpfänden lassen. Der aktuelle Marktwert einer Porsche-Aktie liegt bei rund 50 Euro. Die HMP Vermögensverwaltung, in der Hans Michel Piëch seine Anteile an Porsche gebündelt hat, kommt durch das Geschäft an mehr als 350 Millionen Euro. Vor einem knappen Monat hatte es schon einmal einen ähnlichen Deal gegeben. Damals waren aber nur rund 1,2 Millionen Porsche-Aktien für etwa 60 Millionen Euro verpfändet worden.

Piëch hat für den Kauf der Porsche-Aktien seines Bruders Ferdinand offensichtlich Kredite aufnehmen müssen und dafür die Wertpapiere verpfändet. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht. „Wir äußern uns nicht dazu“, sagte ein Sprecher der Porsche SE auf Anfrage. In der Stuttgarter Holding haben die Familien Porsche und Piëch ihre Volkswagen-Anteile eingebracht. Am Wolfsburger Autokonzern halten sie 52,2 Prozent der Stimmrechte und sind deshalb dort die einflussreichsten Aktionäre.

Ferdinand Piëch will sich von 14,7 Prozent seiner Porsche-Anteile trennen und sie vor allem an seinen jüngeren Bruder Hans Michel weiterreichen. Das innerfamiliäre Geschäft war im Frühjahr bekannt geworden und hat ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Hans Michel Piëch will angeblich nur die Hälfte der Anteile seines Bruders behalten und den Rest an andere Familienmitglieder weitergeben. Die Verpfändung der Porsche-Aktien mit einem Volumen von mehr als 400 Millionen Euro deutet darauf hin, dass er damit ungefähr die Hälfte des Ferdinand-Paketes finanziert.

Ferdinand Piëch war am Dienstag auf der Porsche-Hauptversammlung noch einmal für weitere fünf Jahre in den Aufsichtsrat gewählt worden. Beobachter erwarten allerdings, dass er sich zum Jahresende aus dem Kontrollgremium zurückziehen wird. Dann soll der Verkauf seines Aktienpaketes auch formal abgeschlossen sein. Hans Michel Piëch ist am Dienstag zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt worden. Er gilt nach dem Rückzug seines Bruders als der neue starke Mann auf der Piëch-Seite.

Ferdinand Piëch gilt innerhalb der Familie als isoliert. Vor zwei Jahren hatte er darauf gedrängt, den damaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn abzulösen. Andere Familienmitglieder hatten sich jedoch dagegen ausgesprochen. Wegen dieses Konflikts gab Ferdinand Piëch den Vorsitz im VW-Aufsichtsrat zurück. Wenn er auch aus dem Porsche-Kontrollgremium ausscheidet, besitzt der Volkswagen-Patriarch kein Amt mehr in entscheidenden Gremien des Autokonzerns.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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