Porsche
Porsche zahlt Wiedeking Rekordlohn

Seit heute ist es offiziell: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat so viel verdient wie kaum ein Manager zuvor. Dabei profitierte er von hohen Bonuszahlungen. Der Gewinn des Sportwagenbauers lag bei 8,6 Milliarden Euro, dank der klugen Finanzgeschäft rund um den Einstieg bei VW. Doch gerade hier gibt es nun Probleme.

HB STUTTGART. Porsches sechsköpfiger Vorstand hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 143,5 Mio. Euro verdient. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Im vergangenen Jahr betrugen die zum überwiegenden Teil erfolgsabhängigen Bezüge der Vorstände 112,7 Mio Euro.

Davon sind lediglich rund vier Millionen Euro Festgehalt, rund 139 Millionen Euro erfolgsbezogene Zahlungen. Auch Porsches frühere Vorstände und deren Hinterbliebene profitieren von dem hohen Gewinn: Sie laut Geschäftsbericht 128 Millionen Euro zusätzlich.

Dem Vernehmen nach bekommt Wiedeking rund 0,9 Prozent des Vorsteuergewinns, der im Geschäftsjahr 200708 bei 8,6 Mrd. Euro lag. Das wären ca. 77,4 Millionen Euro. Porsche hat diesen Wert weder dementiert noch bestätigt. Zum Vergleich: Wiedeking würde damit in etwa so viel verdienen wie die 15 bestbezahlten Dax-Chefs 2007 bekommen haben. Zuletzt hatte Wiedeking erklärt, er wolle in seiner Heimatstadt Beckum wohltätige Zwecke finanziell unterstützen.

Den Großteil des Gewinns erwirtschaftete Porsche allerdings nicht mit dem Verkauf von Autos, das waren „nur“ rund eine Milliarden Euro. Vielmehr verdiente Porsche ausgezeichnet an seinen Finanzgeschäften rund um den Einstieg bei VW. Zuletzt hatte die Aktie enorme Kurskapriolen hingelegt und stieg zwischenzeitlich auf über 1000 Euro, nachdem Porsche angekündigt hatte, auf über 70 Prozent der VW-Aktien Zugriff zu haben. Und dieser Höhenflug der Volkswagen-Aktie bremst nun die Übernahmepläne von Porsche: Der Stuttgarter Sportwagenbauer wird seine Anteile an Volkswagen voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr auf über 50 Prozent erhöhen.

„Angesichts des gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeldes wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass wir dieses Ziel noch in diesem Kalenderjahr erreichen können“, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der Bilanz-Pressekonferenz des Autobauers am Mittwoch in Stuttgart. Wegen der schweren Krise auf dem Automarkt erwartet Porsche in diesem Geschäftsjahr einen „spürbaren Rückgang der Absatzzahlen“.

Die Verzögerung dürfte auch die Kosten der Übernahme erhöhen. Wenn Porsche die Übernahme nicht bis zum Frühling in trockenen Tüchern hat, müssen die Stuttgarter den 10-Milliarden-Kredit, der für den Kauf weiterer VW-Anteile bereit steht, zu voraussichtlich schlechteren Konditionen verlängern. Denn die Kreditlinie läuft im März aus. „Porsche braucht den Kredit auf jeden Fall, um die 75 Prozent an VW zu erreichen“, sagte Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. „Wir verhandeln bereits mit den Banken in dieser Sache“, ergänzte Härter.

Denn an den grundsätzlichen Plänen der Stuttgarter hat sich nichts geändert. Im kommenden Jahr solle der Anteil bei Volkswagen auf 75 Prozent erhöht werden, bekräftigte Wiedeking. Wegen zahlreicher Unsicherheiten könne man im Moment aber noch nicht sagen „wie viele Züge noch notwendig sind und wie lange es dauert, bis das Spiel beendet sein wird“. Der Sportwagenbauer hält bisher 42,6 Prozent der VW-Anteile und hat sich weitere 31,5 Prozent über Optionen gesichert.

Seite 1:

Porsche zahlt Wiedeking Rekordlohn

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%