Industrie
Porsche strebt Kontrolle bei Volkswagen an

Der VW-Großaktionär Porsche strebt auch ohne Aktienmehrheit die Kontrolle des Volkswagen-Konzerns an. Der Anteil von knapp unter 30 Prozent, den Porsche gegenwärtig besitzt, „reicht, um unsere Interessen durchzusetzen“, sagte der Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking der Zeitung „Welt am Sonntag“.

HB BERLIN. Als Grund verwies Wiedeking in dem Interview auf die geringe Präsenz der Aktionäre auf Hauptversammlungen. Daher müsse man für die Kontrolle nicht unbedingt 50 Prozent besitzen, sagte er.

Voraussetzung dafür ist eine Änderung oder Abschaffung des VW-Gesetzes. Es begrenzt den Stimmenanteil eines einzelnen Aktionärs auf 20 Prozent, unabhängig davon, wie viele Aktien er besitzt. Wiedeking sprach sich dafür aus, das Gesetz zu kippen. „Das VW-Gesetz ist nicht mehr zeitgemäß. Es gehört abgeschafft, und dafür werden wir uns starkmachen“, sagte er der Zeitung. Ab Dienstag verhandelt der Europäische Gerichtshof über das VW-Gesetz. Experten erwarten, dass die Richter das Gesetz kippen werden, weil es den Kapitalverkehr in der EU behindert.

Kritik äußerte Wiedeking auch an der Beteiligung des Landes Niedersachsen an VW. „Die Politik sollte sich aus den Bereichen der Wirtschaft heraushalten, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten müssen und bei Marktversagen mit der Sanktion der Pleite bestraft werden“, sagte der Porsche-Chef. Das Land Niedersachsen ist mit rund 20 Prozent der zweitgrößte VW-Aktionär. Niedersachsen müsse für sich entscheiden, welche Rolle es künftig bei VW einnehmen wolle, sagte Wiedeking. Es gebe viele Themen, die Porsche und das Land Niedersachsen gemeinsam tragen und voranbringen könnten. Die Frage sei, wem man die Steuerung überlasse.

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