Porsche
Wiedeking gehen die Optionen aus

Der angeschlagene Autohersteller Porsche verzichtet nach öffentlicher Kritik auf einen KfW-Kredit und sucht nun nach „alternativen Finanzierungsmöglichkeiten". Frisches Geld aus dem Nahen Osten soll die Porsche AG vor einer Übernahme durch VW retten: Katar gilt als Wiedekings letzte Hoffnung.

STUTTGART. Beim Versuch, die hochverschuldete Porsche-Holding zu retten, gerät Vorstandschef Wendelin Wiedeking zunehmend in die Enge. Gestern gaben die Stuttgarter die Hoffnung auf einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW endgültig auf. Um den Kredit hatte Porsche trotz aller öffentlicher Kritik nachgefragt. Nun sucht Wiedeking händeringend „alternative Finanzierungsmöglichkeiten“. Hier sehen Bankenkreise nur noch eine einzige Möglichkeit: einen wie auch immer gearteten Einstieg des Emirats Katar. Sonst bliebe nur die Übernahme des Sportwagenbauers Porsche AG durch Volkswagen.

Genau diese Option versucht Wiedeking mit aller ihm noch verbliebenen Macht zu verhindern. Die Volkswagen AG, die mehrheitlich der Porsche Holding gehört, hatte in der vergangenen Woche angeboten, sich an der Porsche AG zu beteiligen. Das Porsche-Management hatte dies zurückgewiesen, seither herrscht zwischen VW und Porsche offener Konflikt. Wolfsburg lastet Wiedeking die Blockade des „Rettungsplanes“ an. Der sieht vor, dass Volkswagen 49 Prozent an der Porsche AG übernimmt. Katar kauft Porsches Optionen auf VW-Aktien. Beide Autobauer fusionieren.

Volkswagen zielt nun direkt auf Wiedeking. Er scheide als Verhandlungspartner aus, heißt es. Es ließen sich alternativ genug Manager bei Porsche oder VW finden, die übernehmen könnten. An die Familie Porsche hingegen sendet VW Friedenssignale: „Wir lassen uns durch Störmanöver nicht davon abhalten, eine vernünftige Lösung zu finden“, sagen an den Gesprächen beteiligte Personen. Offenbar wird es finanziell immer enger in Stuttgart, heißt es.

Der Porsche-Chef hingegen beharrt auf seinen „alternativen Finanzierungsmöglichkeiten“. Welche das sein könnten, lässt er offen. In Unternehmenskreisen heißt es, möglicherweise könnten die Verhandlungen mit anderen Banken wieder aufgenommen werden. Die Gespräche waren zuletzt wegen des KfW-Antrages auf Eis gelegt worden. Welche Aussichten sie auf Erfolg haben, ist aber völlig ungewiss.

Denn in Bankenkreisen gilt die Porsche-Bilanz als zu schwach für weitere Kredite. Überdies halte Porsche Details des Angebots von Katar unter Verschluss.

Dennoch nannten Verhandlungskreise Einzelheiten des Plans. Demnach wollen die Araber alle Kaufoptionen, die Porsche auf weitere VW-Aktien hält, übernehmen. Diese Optionsgeschäfte wurden mit vier bis fünf Banken abgeschlossen. Es geht hier letztlich um einen Anteil von 20 Prozent an Volkswagen. Die Ausübungspreise sollen bei 100 bis 130 Euro liegen. Heute steht die Stammaktie bei 247 Euro.

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