Porzellan
Weißes Gold für die Fußball-WM

Mit deutscher Qualität behauptet sich die Firma BHS Tabletop auf dem Weltmarkt. Der Weltmarktführer für Hotelporzellan aus Selb stattet den Caterer Futurecom mit dem Geschirr für die VIP-Bereiche der Fußball-Weltmeisterschaft aus.

SELB. Der fleißigste Mitarbeiter ist orangerot lackiert, mit seinem Greifarm möchte man es nicht zu tun bekommen, mit seinem Diamantfräser erst recht nicht. Die Firma ABB hat ihn gebaut, gekauft hat ihn BHS Tabletop. Jetzt steht der Roboter in einem der modernsten Porzellanwerke der Welt und schneidet Kanten in Teller, auf denen bald die Welt speist: BHS Tabletop, der Weltmarktführer für Hotelporzellan aus Selb stattet den Caterer Futurecom mit dem Geschirr für die VIP-Bereiche der Fußball-Weltmeisterschaft aus.

„Wir sind ein klassischer B-to-B-Anbieter“, sagt BHS–Chef Hans Beckmann. Deshalb kann der Chefkoch mit dem Namen BHS etwas anfangen, die Hausfrau jedoch weniger. Dabei dürften die meisten Leser dieser Zeilen die weiße Ware schon oft in Händen gehalten haben: Der Konzern rüstet die Bordrestaurants der Deutschen Bahn aus und die Business Class der Lufthansa, er ist in den Fliegern von Emirates Airlines zu Hause und deckt im Münchener Edelrestaurant Tantris den Tisch.

Hinter dem Namen BHS stehen die bekannten Marken Bauscher, Hutschenreuther Hotel und Schönwald. Zu Glanzzeiten gaben sie Zigtausenden Menschen in der Grenzregion Arbeit. Dann fiel der eiserne Vorhang mitten hinein ins Reich des Porzellans, reihenweise mussten die Fabrikanten ihre Pforten schließen.

In den leeren Hallen von Selb haben sich mittlerweile die Outlet-Verkäufer breit gemacht, Rosenthal und Hutschenreuther sind nach England verkauft, von den Großen der Branche hat nur BHS die Selbständigkeit retten können. Das war mit einem Kraftakt möglich – und mit der Treue von Großaktionären, Deutsche Bank und Münchener Rück halten je 28,9 Prozent an BHS. Dritter Großaktionär ist WMF mit 24,9 Prozent.

CEO Beckmann weiß, auf was er sich da verlassen kann. Er ist ein sehr lebendiger Konzernchef, er hat leicht rotes Haar und einen Schnurrbart. In seiner kölnischen Heimat ginge er als „Fuss“ durch, denen sagt man dort ein gerüttelt Maß an Schläue nach. Beckmann kommt aus der Markenindustrie, das spürt man an der Begeisterung, mit der er von modernen Prozessen redet, von CRM und dergleichen. Finanzchef Thomas Rövekamp kommt aus Westfalen, ein Landstrich, der für seine beständigen Naturen bekannt ist – womit sich bestätigt, dass es gerade beim Porzellan auf die Mischung der Bestandteile ankommt.

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