Preiserhöhungen bis zu 12 Prozent
Kleben wird teurer

Die Klebstoffproduzenten werden die Preise in den kommenden sechs Monaten um zwölf Prozent anheben. Weltmarktführer Henkel zieht mit.

HB DÜSSELDORF. Die Preiserhöhung teilte der Industrieverband Klebstoffe (IVK) am Montag in Düsseldorf mit. „Die Turbulenzen auf dem Rohölmarkt führen zum Teil zu drastischen Preissteigerungen“, sagte der IVK-Vorstandsvorsitzende Arnd Picker. 80 Prozent der Industrie- und Haushaltsleime würden auf Rohöl-Basis hergestellt. Lediglich 20 Prozent bestünden aus natürlichen Rohstoffen wie Zellulose oder Stärke.

Klebstoff-Weltmarktführer Henkel bestätigte Preiserhöhung in der genannten Höhe. Bis zum Frühjahr sollen diese umgesetzt werden. Das Düsseldorfer Dax-Unternehmen ist nicht nur als Hersteller des Waschmittels Persil bekannt, sondern auch Kleber Britt und Pattex. Das Geschäft ist mit der Oberflächentechnik und Dichtstoffen im Geschäftsbereich Technologies zusammengefasst, das 2004 zum Konzernumsatz von 9,4 Milliarden Euro knapp 2,7 Milliarden Euro beisteuerte. Zum operativen Gewinn (Ebit) des Konzern von 706 Millionen Euro trug Technologies 194 Millionen Euro bei. Industrie-Klebstoffe und -Oberflächentechnik von Henkel kommen unter anderem im Flugzeug- oder Automobilbau zum Einsatz.

Trotz der Teuerung rechnet die Branche für dieses und die kommenden zwei Jahre mit einem durchschnittlichen Wachstum von 2,2 Prozent. Lukrative Nischenmärkte und der wachsende Exportanteil fangen den IVK-Angaben zufolge die schwache Inlandsnachfrage auf. „Der Export war 2004 der Motor der Klebstoffindustrie“, sagte Picker. Von 2003 auf 2004 sei das Exportgeschäft um 14 Prozent gewachsen und habe insgesamt 735 Millionen Euro betragen. Bis 2007 werde der Klebstoff-Verbrauch jährlich um durchschnittlich 5,2 Prozent wachsen, berichtete Verbandschef Picker. Mit 7,3 Prozent seien die größten Steigerungen in Osteuropa zu erwarten.

Der Industrieverband Klebstoffe zählt Picker zufolge etwa 100 Mitglieder. Die Hälfte davon seien Hersteller von Klebstoffen. Europaweit produzieren etwa 400 Firmen Leime.

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