Premiumstrategie zieht
Lindt will China Schokoladenkultur lehren

Das Schweizer Unternehmen Lindt & Sprüngli wächst durch eine konsequente Premiumstrategie und ohne größere Übernahmen deutlich stärker als der Markt. Besonders erfolgreich war der Hersteller edler Süßwaren dabei im wirtschaftlich stark angeschlagenen Nordamerika. Jetzt soll auch den Chinesen die Schweizer Schoki schmackhaft gemacht werden.

ZÜRICH. Der Schweizer Hersteller von Edelschokolade Lindt & Sprüngli verführt immer mehr Nationen zum Schokoladeessen: Besonders erfolgreich war das Unternehmen, das gestern in Kilchberg bei Zürich seine Bilanz vorgelegt hat, dabei im vergangenen Jahr ausgerechnet im wirtschaftlich gesehen eher krisengeschüttelten Nordamerika.

Dort brachten die Schweizer Schokolade im Wert von 585 Mill. Dollar an die Frau oder den Mann, was einer Steigerung von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Markt dort wuchs damit stärker, als der Umsatz des Konzerns weltweit, der um 14 Prozent auf umgerechnet 1,8 Mrd. Euro zugenommen hat.

Der Reingewinn des Konzerns, der sich Modetrends wie gesundheitsfördernder Schokolade genauso verweigert wie er die Belieferung von Margen drückenden Discountern wie Aldi und Lidl ablehnt, schnellte um ein Fünftel auf 151 Mill. Euro nach oben.

Den Edelchocolatiers gelingt es durch geschicktes Marketing auch in Märkten, wo der Hunger auf Schokolade eigentlich schon gesättigt sein müsste, zuzulegen. Laut den jüngsten Erhebungen der Schweizer Schokoladenindustrie liegen die Schweiz mit 12,3 sowie Deutschland mit 11,1 Kilo Schokolade, die jährlich pro Kopf verbraucht werden, weltweit mit diesen Mengen auf den Plätzen eins und zwei. Das ist doppelt so viel, wie in den USA gegessen und mehr als ein Zwanzigfaches von dem, was in aufstrebenden Ländern wie Indien und China verzehrt wird.

Lindt-Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Ernst Tanner widmete deswegen der Strategie in China, wo er entsprechenden Nachholbedarf sieht, einige Worte mehr: Probleme sieht er beim Vertrieb der schnell verderblichen Ware und der Suche nach geeigneten Verkaufsstandorten. Eine schnelle Expansion strebt er vor diesem Hintergrund nicht an. "Wir wollen das Geschäft Schritt für Schritt aufbauen", sagte Tanner und unterscheidet sich damit von seinen heimischen Wettbewerbern.

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