Produktion im Reich der Mitte
Schwedens Volvo bald „made in China“

Der schwedische Autobauer Volvo will erstmals Autos in China produzieren. Zwar geht es vorerst nur um ein einziges Modell, doch der Trend ist unverkennbar: Um die hohen Zölle zu umgehen, fertigen immer mehr Hersteller im Reich der Mitte. Das birgt erhebliche Risiken.

PEKING. Wie das zum US-Konzern Ford gehörende Unternehmen am Montag in Peking mitteilte, soll die Limousine S40 künftig in der Metropole Chongqing gebaut werden. In der Autofabrik des chinesischen Partners Changan Ford sollen jährlich 10 000 Stück des S40 vom Band laufen. Den genauen Produktionsstart ließ Volvo jedoch noch offen.

Volvo will zudem in den kommenden zwölf Monaten ein Cabrio auf den chinesischen Markt bringen. Das Unternehmen folgt damit anderen ausländischen Herstellern, die trotz massiver Überkapazitäten und heftiger Preiskämpfe nach China drängen. „Die Produktion vor Ort ist ausschlaggebend, um auf Dauer wettbewerbsfähig zu sein“, begründete Volvo-Chef Fredrik Arp in Peking den Schritt.

Für seine Marke gebe es keine Alternative, sagte der Volvo-Chef, da die Konkurrenz bereits vor Ort kräftig produziere. Zudem dürfte sich der Importzoll nach Arps Einschätzung „bei 25 Prozent einpendeln“. Das Thema macht vielen ausländischen Automarken in China zu schaffen: Die Regierung in Peking hat durch neue Importregelungen den Druck auf Autohersteller und -zulieferer mächtig erhöht. Dadurch lohnt es sich für die Branche kaum noch, nach China zu liefern, weshalb Hersteller wie Volvo nun auf eine Produktion vor Ort setzen.

Wie Neueinstieger Volvo plant nun auch die US-Marke Chrysler die Fertigung seiner Limousine 300C in Peking; die Produktion soll noch dieses Jahr beginnen. Und auch die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda will ab 2007 in China produzieren. In Shanghai soll beim VW-Partner SAIC das Modell Octavia hergestellt werden.

Skoda hat zuletzt wie Volvo weniger als 5 000 Autos im Jahr nach China geliefert. Beide Marken haben aber in der Gunst der chinesischen Kunden stark zugelegt; das gilt auch für das Chrysler-Modell 300C. So konnte Volvo zum Beispiel 2005 seinen Absatz in China auf 4 800 Fahrzeuge verdoppeln.

Marktbeobachter sehen mit den neuen Herstellern einen zunehmenden Druck auf die Marken BMW und Volkswagen in China, aber auch auf Mercedes und Audi. Der Münchner BMW-Konzern stellt seit 2003 drei Modelle im nordchinesischen Shenyang her und hat im vergangenen Jahr rund 15 000 Fahrzeuge in China hergestellt und verkauft. Auch die VW-Tochter Audi produziert schon lange im Reich der Mitte und ist mit rund 58 000 verkauften Fahrzeuge klarer Marktführer in der gehobenen Klasse.

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