Produktion soll flexibler werden
Opel will keine Beschäftigungsgarantie abgeben

Opel-Chef Demant erwartet einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Kostensenkungen. Die Konjunktur sei aber zu unsicher, um sichere Jobs garantieren zu können.

HB BERLIN. Der neue Opel-Chef Hans Demant hat sich optimistisch gezeigt, in den Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Kostensenkungen eine Einigung zu erzielen. «Beide Seiten wissen ganz genau, wo wir hin müssen. Da sind noch einige Hürden zu nehmen, aber das ist eine Sache, die man lösen kann», sagte Demant der «Automobilwoche», wie das Branchenblatt am Sonntag vorab berichtete.

Demant sagte aber, dass Opel dem Betriebsrat im Gegenzug wegen der unsicheren Konjunktur keine Beschäftigungsgarantie anbieten könne. «Meiner Meinung nach kann man das überhaupt nicht mehr machen. Ich kann keine Kapazitätsauslastung zusagen, wenn ich noch nicht einmal weiß, wie das Geschäft in diesen Zeiträumen läuft und wie sich die Konjunktur entwickelt», zitierte ihn die «Automobilwoche».

Im Juni hatte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2010 sowie konkrete Projektzusagen für die deutschen Opel-Standorte über 2010 hinaus gefordert. Die Arbeitnehmer seien bereit, ihren Beitrag zur Zukunftssicherung zu leisten, so Franz damals.

Demant sagte der «Automobilwoche» weiter, Kernpunkt der Verhandlungen sei neben einer Kostensenkung die stärkere Flexibilisierung der Produktion. Gesucht werde ein Konzept, «mit dem wir die Spitzen und Täler der Produktion durch flexible Arbeitszeiten so abdecken, dass Überstundenkosten und ähnliche Dinge künftig entfallen können».

Außerdem geht es laut Demant darum, «dass wir ohne große Probleme Fahrzeuge von einem Werk ins andere nehmen können, wenn es denn der Markt erfordert». Vorbild dafür sei BMW. «BMW baut den Dreier und auch den Fünfer sowie den Siebener auf derselben Linie. Das ist ein Flexibilitätsprinzip, das wir am Ende auch anstreben», sagte der neue Opel-Chef.

Für die deutschen Werke gehe es im internen Wettbewerb mit den anderen Produktionsstandorten in Europa darum, Effizienz und Produktivität deutlich zu steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ergänzte Demant. Die deutschen Werke würden eine «faire Chance bekommen, ein Angebot abzugeben». Optimistisch äußerte Demant sich über eine bessere Auslastung des Standorts Rüsselsheim. Mit den Vectra-GTS-Modellen, deren Produktion jetzt von England nach Rüsselsheim verlagert wird, werde die Auslastung hochgefahren.

Demant löste im Juni Carl-Peter Forster als Opel-Chef ab. Forster wechselte in die Europazentrale des Mutterkonzerns General Motors.

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