Produktion wandert nach Mexiko
Daimler schließt zwei LKW-Werke in Nordamerika

Daimler rechnet nicht mehr mit einer Erholung des Nutzfahrzeugmarkts in den USA und baut daher sein LKW-Geschäft um. Die Marke Sterling Trucks wird eingestellt, zwei Standorte werden geschlossen. 3500 Beschäftigte verlieren ihren Job, davon 1200 in der Verwaltung.

DÜSSELDORF. Ab 2011 will der Konzern so jährlich 900 Mio. Dollar einsparen. Rund 600 Mio. Dollar wird das Sparprogramm kosten. Davon werden 350 Mio. Dollar bereits im vierten Quartal das Konzernergebnis belasten. Deshalb erwarten Analysten von Daimler eine erneute Gewinnwarnung bei der Vorstellung der Quartalszahlen am 23. Oktober. „Ich rechne jetzt fest mit einer Gewinnwarnung“, sagt Georg Stürzer von Unicredit. Auch die Experten der Commerzbank glauben, dass der Konzern seine Prognose kassieren wird.

„Wir stellen uns rechtzeitig und konsequent auf strukturelle Verschiebungen am Markt ein“, sagte Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler gestern. Ende September auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover hatte Renschler bereits die für 2009 erwartete Markterholung abgeschrieben und von einer „angespannten Lage“ in den USA gesprochen. Jetzt stellt sich Daimler darauf ein, dass der US-Markt bis 2015 dauerhaft um ein Fünftel kleiner sein wird.

Dahinter steht die Einschätzung, dass viele Unternehmen mit kleineren Fahrzeugflotten im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise vom US-Markt verschwinden werden. Analysten begrüßten den Schritt des Stuttgarter Konzerns. „Daimler verschlankt das Geschäft und passt die Kapazität dem Markt an“, sagt Automobilexperte Arndt Ellinghorst von Credit Suisse.

Die Daimler-Aktie legte gestern um zehn Prozent auf 29 Euro zu. „Die erwartete Erholung auf dem LKW-Markt in den USA wird wohl schwächer ausfallen als gedacht“, sagt Auto-Analyst Stürzer. Mit den harten Schnitten schlage Daimler darum zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen könne der Konzern seine LKW-Fertigung an den günstigen Standort Mexiko verlagern und zum anderen seine Produktion temporär kürzen. Dies würde auch erklären, weshalb Daimler einen vergleichsweise hohen Ergebniseffekt erwartet.

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