Prognose angehoben
Erdgas-Geschäft beruhigt Affären-Konzern EnBW

Der Schwenk auf Erneuerbare und der stärkere Erdgas-Absatz lassen Umsatz und Gewinn bei EnBW steigen. Der skandalumwitterte Energieversorger präsentiert sich robust und hebt die Prognose für das Gesamtjahr an.
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StuttgartDeutschlands drittgrößter Versorger EnBW steckt den Stopp von zwei seiner vier Atomkraftwerke weg. Nach Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr 2012 blickt der Karlsruher Konzern zuversichtlicher auf die verbleibende Jahreshälfte.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn werde im Jahr 2012 nur um rund fünf Prozent sinken, teilte der bisher stark von der Atomkraft abhängige Energieversorger am Freitag mit. Bislang war der dem Land Baden-Württemberg und schwäbischen Landkreisen gehörende Versorger von einem Ergebniseinbruch um zehn bis 15 Prozent in diesem Jahr ausgegangen.

Der vermehrte Erdgasabsatz, gestiegene Netznutzungsgebühren sowie höhere Energiepreise ließen den Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2012 um 2,9 Prozent auf rund 9,7 Milliarden Euro klettern. Damit wurden die milliardenschweren Einbußen durch die im Frühjahr 2011 von der Bundesregierung angeordnete Abschaltung von zwei Atomkraftwerken mehr als ausgeglichen.

Der Zwangsstopp für die Atommeiler in Neckarwestheim und Philippsburg hatte EnBW vor Jahresfrist mit rund 580 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gedrückt, per Ende Juni verbuchte der Versorger nun wieder einen Überschuss von 545 Millionen Euro.

Die Investitionen in erneuerbare Energien und die Expansion im Erdgasgeschäft zahlten sich aus, sagte der im Spätsommer ausscheidende Vorstandschef Hans-Peter Villis, dem die grün-rote Landesregierung das Vertrauen entzogen hatte.

Auch das Sparprogramm wirke, sagte Villis. Das Geschäftsmodell sei robust. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sei in den Monaten Januar bis Juni auf vergleichbarer Basis um drei Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Unter Berücksichtigung der 2012 erst im zweiten Halbjahr zu zahlenden Kernenergiebrennstoff-Steuer habe der Zuwachs zum Vorjahr sogar 13,9 Prozent betragen.

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Erdgas-Geschäft beruhigt Affären-Konzern EnBW

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Mappus, Notheis, Bykow - Affären lasten auf der EnBW

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