Prognose angehoben
Salzgitter profitiert vom Stahlpreis-Anstieg

Der Stahlboom hält offenbar weiter an. Jedenfalls hat Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Gewinn soll eine magische Schwellenzahl überspringen.

HB SALZGITTER. Der Konzern hat unter anderem von einer hohen und stabilen Nachfrage nach Walzstahl- und Röhrenprodukten profitiert. Vor Steuern werde Salzgitter 2008 mehr als eine Milliarde Euro verdienen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bislang hatte der Vorstand ein Vorsteuerergebnis von mindestens 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bereits Ende Juli hatte Salzgitter eine Erhöhung der Prognose angedeutet.

Rückenwind gibt dem Konzern mit weltweit mehr als 25 000 Beschäftigten ein starkes erstes Halbjahr. Der Umsatz erhöhte sich aufgrund der weiter gestiegenen Stahlpreise und der Einbeziehung der zugekauften Maschinenbaufirmen um ein Drittel auf 6,23 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn ging zwar leicht auf 646 (Vorjahr: 664) Millionen zurück, der Überschuss legte aber auf 437 (399) Millionen Euro zu, zum Teil auch der niedrigeren Körperschaftssteuer geschuldet.

Mit den Zahlen übertraf der im MDax gelistete Konzern klar die Erwartungen von Branchenexperten, die im Vorfeld ein Nachsteuerergebnis von 417 Millionen Euro und ein Vorsteuerergebnis von durchschnittlich 626 Millionen Euro erwartet hatten. Der Umsatz wurde auf 5,996 Milliarden Euro geschätzt.

Zu schaffen machen Salzgitter wie der gesamten Branche die Rohstoffpreise. Der Einkauf verteuerte sich im Halbjahr um 60 Millionen Euro. In der zweiten Jahreshälfte erwartet der Konzern sogar noch höhere Kosten. Bislang sei es im Stahlbereich nicht gelungen, die Preissteigerungen vollständig an die Kunden weiterzugeben. Der Vorsteuergewinn der Stahlsparte schrumpfte um acht Prozent. Im Stahlhandel profitierte der Konzern hingegen von den hohen Spotmarktpreisen, die Sparte steigerte das Ergebnis vor Steuern um 15 Prozent. Im Röhren-Geschäft erhöhte sich das Ergebnis um neun Prozent.

Die derzeitigen Rahmenbedingungen seien "nach wie vor sehr zufriedenstellend", hieß es ausblickend weiter. "Der gute Auftragsbestand und die weiterhin überdurchschnittlichen Auftragseingänge werden auch in den kommenden Monaten eine volle Auslastung der Werke des Unternehmensbereichs Stahl sicherstellen." Während in der Stahlsparte im Gesamtjahr mit einem Gewinnrückgang zu rechnen sei, sollen Handel und Röhren über dem Vorjahresniveau abschließen. Profitieren werde Salzgitter zudem von der vollen Einbeziehung der zugekauften Klöckner-Werke, die allein für die Hälfte des Umsatzwachstums sorgen. Auch diese Sparte werde ihr Ergebnis steigern, hieß es.

Nach der Übernahme der Klöckner-Gruppe im Vorjahr hatte Salzgitter-Vorstandschef Wolfgang Leese im Mai angekündigt, "attraktive Akquisitionsgelegenheiten" auch weiterhin zu prüfen und wahrzunehmen. Der Konsolidierungsprozess in der weltweiten Stahlindustrie werde sich aller Voraussicht nach fortsetzen. Vor einer Woche hatte die Salzgitter AG ihren Anteil an der Norddeutschen Affinerie deutlich ausgebaut. Das Unternehmen stockte seinen Anteil an der Kupferhütte von bisher 5,8 Prozent auf 10,8 Prozent auf. Es sollen nun Möglichkeiten einer mittel- und langfristigen Zusammenarbeit untersucht werden.

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