Prognose erhöht
Puma will wieder so schnell wachsen wie vor der Krise

Der Sportartikel-Hersteller Puma hat im dritten Quartal von der konjunkturellen Erholung profitiert und deutlich mehr verdient. Die Erwartungen für das Gesamtjahr hat die Nummer drei der Branche nach oben geschraubt.
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HB HERZOGENAURACH. Der Sportartikel-Hersteller Puma will die Wirtschaftskrise endgültig hinter sich lassen und in den nächsten Jahren zu alter Stärke zurückfinden. Der Umsatz solle bis 2015 auf vier Mrd. Euro steigen, sagte Puma-Chef Jochen Zeitz am Dienstag in Herzogenaurach. „Das ist ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel.“ Auch der Gewinn dürfte damit zulegen. Denn die Rohertragsmarge, auf die Analysten stets genau schauen, soll weitgehend stabil bleiben. Sie liegt derzeit bei rund 50 Prozent und damit meist höher als bei der Konkurrenz.

Das jährliche Umsatzplus der Raubkatzen-Marke dürfte im hohen einstelligen Prozentbereich liegen. 2009 erlöste Puma 2,5 Mrd. Euro. Der Branchendritte nach Nike und Adidas hatte solche Wachstumsraten bereits früher erreicht, scheiterte wegen der weltweiten Konsumflaute in der Krise aber mit dem Ziel, die vier Mrd. Euro schon bis 2010 zu schaffen. Adidas will im November ebenfalls eine Prognose bis 2015 vorstellen. Nike will in diesem Zeitraum ein Plus von 40 Prozent auf dann 27 Mrd. Dollar hinbekommen.

Profitieren will Puma unter anderem von einem überdurchschnittlichen Wachstum bei Internet-Verkäufen sowie bei Textilien und Accessoires. Auch nicht zum Kern gehörende Marken wie das Golf-Label Cobra oder der skandinavische Anbieter Tretorn, bekannt für Gummistiefel und Tennisbälle, dürften besonders stark zulegen. Nachdem in der Krise viele Vorhaben auf Eis gelegt wurden, wolle Puma ab 2011 wieder verstärkt investieren, sagte Zeitz, der sich nach 17 Jahren im Amt selbst als Dinosaurier bezeichnete und nächstes Jahr die Verantwortung für das operative Geschäft abgeben will. Der Fokus werde dabei auf den jeweils sechs größten etablierten und wachsenden Märkten liegen. Punkten will Puma auch mit neuen Produkten wie Handys, Uhren, einem Fahrrad oder Sonnenbrillen.

Das mittelfristige Umsatzziel soll primär aus eigener Kraft erreicht werden: „Nur eine relativ kleine Akquisition ist Teil des Plans.“ Weitere Zukäufe könnten aber hinzukommen - und würden die Erlöse so potenziell nach oben treiben. Zeitz sagte, auch dreistellige Millionen-Beträge könnten in Übernahmen fließen.

Zugeschlagen hat das Unternehmen bereits bei einem seiner Vertriebspartner, Liberty China, der zum Jahreswechsel komplett geschluckt wird. Noch haben die Franken 51 Prozent der Anteile.

„Puma sichert sich damit die volle Kontrolle über sein operatives Geschäft in China und Hongkong.“ Auch in Griechenland, wo Puma nach eigener Darstellung Opfer krimineller Machenschaften seiner Partner geworden ist und nun vor hohen Abschreibungen steht, soll die Vertriebstochter ganz unter eigene Kontrolle gebracht werden.

Im dritten Quartal verdiente Puma dank der konjunkturellen Erholung und der Impulse durch die Fußball-WM in Südafrika deutlich besser. Der Überschuss legte um 14 Prozent auf 77,6 Mio. Euro zu, lag aber leicht unter den Markterwartungen.

Der Umsatz erhöhte sich dank hohen Zuwächsen in Nord- und Südamerika überraschend stark um 16,5 Prozent auf 784,3 Mio. Euro. Der Vorstand hob seine Umsatzprognose für dieses Jahr an und rechnet nun mit einem Anstieg um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz.

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