Prognose erneut erhöht
Chemie-Unternehmen haben alle Hände voll zu tun

Der Boom in der Chemieindustrie ist ungebrochen. Die deutsche Chemieindustrie erhöhte nach einem unerwartet schwungvollen ersten Halbjahr die Umsatz- und Produktionsprognose für das laufende Jahr erneut.

dpa-afx FRANKFURT. "Wir beurteilen die gegenwärtige Situation so positiv und stabil wie schon lange nicht mehr", sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Werner Wenning, am Donnerstag in Frankfurt. Die "gute Verfassung" der Branche zeige nun auch bei der Beschäftigung Wirkung. Der Jahre währende Beschäftigungsabbau sei gestoppt.

Die Konjunktur in den USA habe sich zwar abgekühlt, sagte Wenning. Aber in nahezu allen anderen Regionen wachse die Wirtschaft, und damit die Chemienachfrage, weiter dynamisch. Auch bis ins Jahr 2008 hinein zeigte sich Wenning optimistisch. Es sei ein längeres Wachstum der Weltwirtschaft zu erwarten. In Deutschland sei die Inlandskonjunktur angesprungen. Sie erweise sich als "ausgesprochen robust". Das sei alles in allem ein "sehr erfreulicher" Ausblick.

Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband nun mit einem Umsatzwachstum von rund 7,5 (bisher 4,5) Prozent. Die Produktion dürfte sich um 3,5 bis vier (rund 3) Prozent erhöhen. Chemikalien dürften sich im Jahresvergleich um rund zwei (1,5) Prozent verteuern. Zuletzt hatte die fünftgrößte Industriebranche in Deutschland ihre Prognose im Mai angehoben.

Die Ertragslage der Unternehmen bezeichnete Wenning als gut. Die Anlagen seien mit 87 Prozent stark ausgelastet. Vor diesem Hintergrund würden die Firmen auch in Kapazitätserweiterungen investieren. Für das Gesamtjahr sei mit einer Erhöhung der Investitionen um drei Prozent auf 5,8 Mrd. Euro zu rechnen.

Auch mit Blick auf die Beschäftigungsentwicklung zeigte sich Wenning optimistisch: "Es besteht berechtigter Anlass zur Hoffnung, dass die Trendwende bei der Beschäftigung geschafft ist." Im ersten Halbjahr arbeiteten durchschnittlich 434 600 Mitarbeiter in der Chemie und damit genauso viele wie ein Jahr zuvor. Offenbar stellten die Unternehmen derzeit wieder mehr Menschen ein, sagte Wenning. Denn die seit Jahren zu beobachtenden Auslagerungsprozesse setzten sich fort.

Im ersten Halbjahr habe die Branche an das hohe Niveau des Vorjahres angeknüpft. Allerdings sei die Entwicklung je nach Produktgruppe unterschiedlich. Während die Basischemie ihr hohes Niveau knapp behauptete, legten die weiteren Wertschöpfungsketten, etwa Fein- und Spezialchemie sowie Pharma, deutlich zu. Der Gesamtumsatz erhöhte sich im ersten Halbjahr um 8,0 Prozent zum Vorjahr auf 83,8 Mrd. Euro. Das Wachstum wurde gleichermaßen durch die Nachfrage aus dem Ausland als auch aus dem Inland getragen. Die Produktion kletterte binnen Jahresfrist um 4,0 Prozent. Die Erzeugerpreise erhöhten sich mit durchschnittlich zwei Prozent moderat.

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