Pumpenhersteller
Pfeiffer Vacuum legt zu

Der Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum hat im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Das größte Wachstum verzeichnete der Konzern dabei in Deutschland. Analysten waren teilweise jedoch enttäuscht.

HB FRANKFURT. Die steigende Nachfrage aus der Solarindustrie hat Pfeiffer Vacuum im ersten Halbjahr zu dem deutlichen Plus verholfen. Die Orders legten um 27 Prozent auf 109,9 Mill. Euro zu, wie das Unternehmen aus dem hessischen Aßlar am Dienstag mitteilte. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 90,8 Mill. Euro. Das Betriebsergebnis fiel mit 23,5 Mill. Euro zwölf Prozent höher aus als im gleichen Vorjahreszeitraum, unter dem Strich verblieben Pfeiffer mit 17,8 Mill. Euro 37 Prozent mehr.

Das stärkste Umsatzwachstum - fast 20 Prozent - verzeichnete Pfeiffer im Geschäft mit Beschichtungen, zu dessen Kundenkreis neben Halbleiterherstellern auch die Solarindustrie gehört. Diese macht mittlerweile fünf Prozent des Gesamtumsatzes aus. Im April hatte Pfeiffer vom Solarzellenhersteller Q-Cells einen Auftrag im zweistelligen Millionenwert erhalten. Inzwischen kauften alle namhaften Hersteller in der Solarbranche Vakuumpumpen und -komponenten von Pfeiffer Vacuum. Deshalb sehe man „im Bereich erneuerbare Energien große Wachstumschancen“.

Wichtigste Abnehmer für Pfeiffer bleiben aber Hersteller von Analysegeräten etwa für Umweltgifte oder Dopingmittel. Hinzu kommen Industriebetriebe, die unter Luftabschluss Teile schweißen oder testen. Weiter gestiegen ist die Bedeutung des Pfeiffer-Hauptprodukts, der Turbopumpe: Ihr Anteil am Umsatz stieg auf 45,2 Prozent (Vorjahr: 44,6 Prozent).

Für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen sein Ziel, den Umsatz auf 195 bis 200 (Vorjahr: 180) Mill. Euro zu steigern und eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von mindestens 25 Prozent zu erzielen. 2006 waren es 24,7 Prozent. Für die ganze Branche geht Pfeiffer von einem Wachstum auf Vorjahresniveau oder leicht darunter aus.

Die Aktie des im TecDax gelisteten Unternehmens lag nach der Veröffentlichung der Zahlen 1,3 Prozent im Minus. „Absolut betrachtet sind sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis unter unseren Erwartungen“, sagt Analystin Alexandra Hauser von der Landesbank Baden-Württemberg. Ein Grund für die relativ schwachen Umsätze könnte der schwache Dollar sein. Der Auftragseingang übertraf indes ihre Erwartungen.

Analyst Heinz Steffen von Fairresearch ist mit den Zahlen dagegen insgesamt zufrieden: „Das Umsatzwachstum ist zwar nicht ganz so hoch ausgefallen, aber dafür konnte die Ebit-Marge gesteigert werden.“ Dies sei angesichts steigender Kosten bei den Materialien und den Energiepreisen bemerkenswert und spreche für ein effizientes Kostenmanagement. Auch der Auftragseingang sei sehr gut.

Beim Nettoergebnis sei indes zu beachten, dass der Verkauf von Wertpapierbeständen zu dem Anstieg deutlich beigetragen habe. „Wenn man den Verkauf herausrechnet, ist Pfeiffer Vacuum etwas hinter den Erwartungen der Analysten geblieben.“ Auffallend sei auch die niedrige Steuerquote. Die Aussichten für Pfeiffer Vacuum sieht Analyst Steffen positiv und empfiehlt das Papier zum Kauf. Sein Kursziel liegt bei 90 Euro. LBBW-Analystin Hauser bleibt nach den gemischten Zahlen bei ihrer Bewertung mit Halten und einem Kursziel von 80 Euro.

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