Quartalsbericht
Porsche und Audi stützen VW-Gewinn

Die Sportwagen- und die Oberklassen-Tochter fahren den Gewinn für Volkswagen ein. Operativ geht das Ergebnis um ein Fünftel hoch. Das Jahresziel wankt dennoch, der Konzern stellt alle Kosten auf den Prüfstand.
  • 0

WolfsburgPorsche drückt bei Volkswagen aufs Gas: Die Übernahme des Sportwagenbauers entpuppt sich für den VW-Konzern immer mehr als Glücksgriff. Die Stuttgarter verfünffachten ihren Betriebsgewinn in den ersten neun Monaten fast auf 1,9 Milliarden Euro und trugen so dazu bei, dass die Wolfsburger Zwölf-Marken-Gruppe die Absatzkrise in Europa locker wegstecken konnte. Allein im Sommerquartal sprang der Konzerngewinn vor Steuern und Zinsen um ein Fünftel auf knapp 2,8 Milliarden Euro und erreichte damit die Markterwartungen fast punktgenau.

An seinen vorsichtigen Geschäftszielen für das Gesamtjahr hielt Konzernchef Martin Winterkorn dennoch fest: „Es bleibt dabei: In dem überaus harten wirtschaftlichen Umfeld sind die Ziele, die wir uns für das laufende Jahr gesetzt haben, sehr ambitioniert. Aber wir stehen unverändert zu diesen Zielen.“ Demnach will Volkswagen im laufenden Jahr mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr und den Umsatz steigern. Der Betriebsgewinn soll die im Vorjahr erzielten 11,5 Milliarden Euro wieder erreichen.

Stärkste Gewinnstützen waren bis Ende September die Oberklassetochter Audi, deren operativer Gewinn wegen der Rabattschlacht allerdings auf 3,7 von 4,2 Milliarden Euro im Vorjahr schrumpfte, und Porsche.

Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China läuft die Gewinnmaschine weiterhin wie geschmiert. Mit anteilig 3,5 Milliarden Euro Betriebsgewinn übertraf der Konzern den entsprechenden Vorjahreswert um rund 25 Prozent. Damit wahrte der Konzern sein hohes Tempo aus der ersten Jahreshälfte, in der er im Reich der Mitte knapp 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte.

Der Blick auf die China-Zahlen ist wichtig bei VW, weil der Dax-Riese dieses Geschäft gesondert ausweist. Der Umweg liegt daran, dass VW in dem Riesenreich in Gemeinschaftsunternehmen arbeitet, den Gewinn nur anteilig kassiert und daher auch extra bilanziert. Für ein Gesamtbild muss China also zur übrigen Bilanz hinzugerechnet werden.

Das operative Gewinnplus fiel im dritten Quartal auch deshalb hoch aus, weil der Vergleichswert des Vorjahres besonders niedrig war. Vor einem Jahr hatten hohe Investitionen in das neue Baukastensystem und in Modelle wie den neuen Golf das Ergebnis belastet. Der Umsatz sank im dritten Quartal um vier Prozent auf knapp 47 Milliarden Euro.

Unter dem Strich blieb in dem Drei-Monats-Zeitraum ein Überschuss, der aufgrund von Sondereffekten mit 1,9 Milliarden Euro 80 Prozent niedriger war als im Vorjahr. Vor Jahresfrist hatten Neubewertungen im Zusammenhang mit der Übernahme des Porsche-Sportwagengeschäfts den Nettogewinn aufgebläht.

Seite 1:

Porsche und Audi stützen VW-Gewinn

Seite 2:

Jahresziel in Gefahr?

Kommentare zu " Quartalsbericht: Porsche und Audi stützen VW-Gewinn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%