Quartalsberichte
Waschmittel hilft Henkel auf die Beine

Der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller setzte im dritten Quartal dank starker Geschäfte mit Waschmitteln seinen Aufwärtstrend fort. Auch die stark unter der Konjunkturkrise leidende Klebersparte erholte sich etwas, wie das Dax-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Doch die Prognose aufs Schlussquartal wirkte auf Börsianer zunächst zurückhaltend und unkonkret.
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HB DÜSSELDORF. Der Konsumgüterkonzern Henkel hat dank Zuwächsen im Waschmittelgeschäft seine Talfahrt weitgehend gestoppt, blickt aber mit Skepsis auf das Jahresende. Der Hersteller von Persil, Pritt und Loctite steigerte im dritten Quartal mit einem Sparprogramm das operative Ergebnis im Geschäft mit Waschmitteln und Kosmetika.

Wegen erneuter Rückgänge im stark konjunkturabhängigen Klebstoffgeschäft schrumpfte das bereinigte Ebit im Konzern nach vorläufigen Zahlen aber leicht auf 385 (Vorjahr: 391) Mio. Euro. Die Anleger honorierten die Zahlen und bescherten Henkel am Donnerstag ein sattes Kursplus. Vorstandschef Kasper Rorsted warnte indes, es sei nicht zu erwarten, dass die Zahlen der vergangenen drei Monate im vierten Quartal erneut erreicht werden könnten.

„Im dritten Quartal haben wir die Markterwartung an die Ergebnisentwicklung übertroffen“, bilanzierte Rorsted. Die Märkte des Düsseldorfer Konzerns hätten sich „stabilisiert“ - die Verbraucher griffen zwischen Juli und September fleißig nach Henkel-Produkten. Damit bescherten sie Henkel bei Waschmitteln ein organisches Umsatzplus von 2,4 Prozent. Das Ebit der Sparte stieg von 117 Mio. Euro auf 137 Mio. Euro. Kosmetikprodukte verzeichneten ein organisches Umsatzplus von 3,7 Prozent, der operative Gewinn stieg von 96 auf 100 Mio. Euro.

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Das Sorgenkind des Konzerns, die Klebstoffsparte, musste indes erneut Rückgänge verbuchen. Der Bereich, der rund die Hälfte der Konzernumsätze einfährt, beliefert kriselnde Branchen wie die Auto-, Elektro- oder Bauindustrie. Im dritten Quartal verzeichnete er einen Rückgang des organischen Umsatzes um 7,6 Prozent, das Ebit brach von 169 Mio. Euro auf 89 Mio. Euro ein. Unter dem Strich sank der Umsatz im Konzern auf rund 3,49 Mrd. Euro von 3,76 Mrd. Euro vor Jahresfrist. Die bereinigte Umsatzrendite lag Henkel zufolge bei elf (10,4) Prozent. Rorsted will diese nach früheren Aussagen im Jahr 2012 auf 14 Prozent steigern.

Analysten lobten die überraschend am Mittwochabend veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse. „Die Zahlen lagen deutlich über den Erwartungen“, schrieb etwa UBS-Analystin Eva Quiroga in einem Kommentar. Dies gelte vor allem für die Margen. Die Henkel-Vorzugsaktie legte am Morgen um 4,68 Prozent auf 32,00 Euro zu. Eine konkrete Jahresprognose traut sich der Konzern in der Wirtschaftskrise gleichwohl weiterhin nicht zu. Den vollständigen Quartalsbericht will Henkel am 11. November veröffentlichen.

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