Quartalsbilanz
Ford auf dem Weg der Besserung

In den Quartalszahlen des US-Autobauers Ford zeigt sich vor allem eines: Der harte Sanierungskurs mit seinen massiven Einschnitten beginnt zu greifen. Tiefrot sind die Zahlen allerdings immer noch. An einer Sparte kann sich das Ford-Management jedoch freuen.

HB DETROIT. Das Sanierungsprogramm bei Ford beginnt offenbar zu greifen: Mit massiven Einschnitten hat der angeschlagene US-Autobauer zu Jahresanfang seinen Verlust kräftig reduziert. Zudem machten Gewinne im Europa-Geschäft und mit dem Verkauf von Luxusautos Milliardenkosten für die Umstrukturierung in den USA teilweise wett.

Netto verbuchte Ford im ersten Vierteljahr nach Angaben vom Donnerstag zwar noch immer einen Verlust von 282 Mill. Dollar - vor einem Jahr belief sich der Fehlbetrag jedoch noch auf 1,4 Milliarden. Damit hat Konzernchef Alan Mulally bei Ford schon mehr erreicht als von Börsianern erwartet, die Aktie legte deshalb vorbörslich um mehr als drei Prozent zu. Mulally warnte jedoch vor überzogener Euphorie: „Die Ergebnisse des ersten Vierteljahres sind zwar etwas stärker als erwartet, aber in der Zukunft lauern noch viele Unwägbarkeiten.“

Ford befindet sich in der Frühphase eines auf vier Jahre angelegten Sanierungsplans. Dabei will das Unternehmen in Nordamerika 16 Werke schließen und 45 000 Stellen streichen. Im vergangenen Jahr schrieb Ford mit 12,7 Mrd. Dollar den höchsten Verlust seiner 103-jährigen Firmengeschichte. Erst 2009 erwartet der Konzern wieder schwarze Zahlen. Wie seine Rivalen General Motors und Chrysler leidet Ford vor allem unter der Konkurrenz aus Asien. Die US-Giganten reagierten zu langsam auf die wachsende Nachfrage nach kleineren und sparsameren Autos in Zeiten hoher Benzinpreise.

In den USA sank der Umsatz am Jahresanfang um weitere 13 Prozent, Fords Marktanteil schrumpfte dabei auf 15,1 von 17,2 Prozent vor einem Jahr. Seinen gesamten Umsatz steigerte Ford zu Jahresanfang jedoch auf 43 von 40,8 Mrd. Dollar. Der nach General Motors zweitgrößte US-Autohersteller erhöhte zudem seine Produktionspläne: In den USA will er im zweiten Quartal 810 000 Fahrzeuge produzieren und damit fünf Prozent mehr als bislang angepeilt.

Im ersten Vierteljahr machte Ford in Nordamerika einen Verlust von 614 Mill. Dollar. Dem standen Einsparungen von 400 Mill. Dollar gegenüber. Ford Europa steigerte dagegen im Gegensatz zum US-Geschäft seinen Vorsteuergewinn auf 219 Mill. Dollar. In seiner Luxuswagen-Sparte fuhr Ford sogar einen Rekordgewinn von 402 Mill. Dollar ein. Der Konzern vereinbarte zu Jahresanfang den Verkauf der legendären Sportwagenmarke Aston Martin, um mit den Erlösen die Wende in den USA zu erleichtern. Für Deutschland, wo Ford weit über 20 000 Mitarbeiter beschäftigt, nennt der Konzern keine detaillierten Geschäftszahlen. In Europa begann Ford schon vor sieben Jahren mit einem drastischen Stellenabbau, Werksschließungen und Modelloffensiven. Davon profitiert der Konzern jetzt - inzwischen gilt Ford Europe sogar als Vorbild für die Sanierung der angeschlagenen US-Sparte.

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