Quartalsergebnis
Shell fördert mehr Öl als erwartet

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell hat im abgelaufenen Quartal mehr Öl gefördert als erwartet. Experten zeigten sich erleichtert, dass Shell nun offenbar auch die Kosten neuer Projekte besser unter Kontrolle hat. Shell zeigte sich zudem optimistisch, den Streit mit der russischen Regierung über das milliardenschwere Sachalin 2-Projekt beilegen zu können. Die Shell-Aktie kletterte in London um mehr als drei Prozent.

HB LONDON. Der Ertrag auf vergleichbarer Basis sei auf 7,0 Mrd. Dollar gestiegen nach 5,8 Mrd. im Vorjahreszeitraum, teilte Shell am Donnerstag mit. Branchenexperten waren von dem Gewinnanstieg überrascht. Erst am Mittwoch hatte der Shell-Rivale BP die Markterwartungen enttäuscht. Am Markt wird derzeit über eine Fusion zwischen Shell und BP spekuliert.

Durch den Kursanstieg seiner Aktien verdrängte Shell BP vom zweiten Platz auf der Liste der größten vollständig börsennotierten Ölkonzerne der Welt. Die Nummer Eins ist der US-Konzern Exxon Mobil, der ebenfalls am Donnerstag einen Gewinnzuwachs vermeldete.

Im dritten Quartal kostete Öl im Schnitt so viel wie nie zuvor. Davon profitierte auch Shell. Pro Tag förderte das Unternehmen 3,25 Mill. Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter) und damit in etwa die gleiche Menge wie vor einem Jahr. Experten hatten damit gerechnet, dass die Fördermenge bei Shell sinkt, wie sie es auch bei BP tat. Angesichts der steigenden Kosten bei der Förderung und des Rückgangs der Ölpreise könnte sich die jahrelange Serie der Rekordgewinne bei den Ölmultis dennoch dem Ende zuneigen. Die meisten Experten rechnen damit, dass ein Barrel Öl im Schnitt des vierten Quartals rund zehn Dollar billiger sein wird als im dritten Quartal.

Im vergangenen Jahr hatte Shell das Vertrauen vieler Investoren verloren, weil die Kosten für wichtige Förderprojekte explodiert waren. Shell-Chef Jeroen van der Veer versicherte, Shell sei es diesmal gelungen, die Kosten am Zaum zu halten. So betonte er, dass Shell den Preis für Shells wichtigstes Öl- und Gasprojekt Sachalin zwei in Sibirien weiterhin auf 20 Mrd. Dollar beziffere. Einige Branchenexperten hatten vermutet, dass Shell die Kostenschätzung auf 22 oder sogar 28 Mrd. Dollar anheben müsse.

Erst im vergangenen Jahr hatte Shell die Kostenschätzung für Sachalin zwei auf 20 von zuvor zehn Mrd. Dollar angehoben. Daraufhin startete die Regierung eine genaue Prüfung des Projektes, da höhere Kosten die Einnahmen für die Staatskasse schmälern. Die russischen Behörden werfen Shell im Zusammenhang mit dem Projekt Umweltverschmutzung vor und drohen mit einer Klage und dem Entzug von Lizenzen. Analysten sehen den Umweltschutz jedoch als Vorwand, mit dem sich die Regierung eine stärkere Kontrolle auf das Projekt verschaffen will. Shell-Chef van der Veer äußerte sich optimistisch, dass sein Konzern die Probleme bei Gesprächen mit der Regierung aus dem Weg räumen kann und Hauptbetreiber des Projekts bleibt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%