Quartalszahlen
Autozuliefersparte verhagelt Rheinmetall die Bilanz

Das schwächelnde Geschäft mit den Autobauern verhagelt Rheinmetall die Bilanz. Der Düsseldorfer Rüstungs- und Autozulieferer-Konzern schraubte am Donnerstag seine Prognose für 2008 nach unten. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern werde voraussichtlich auf 250 bis 260 Millionen Euro zurückgehen.

HB DÜSSELDORF. Als Grund nannte das im MDax gelistete Unternehmen die "weltweit drastisch reduzierten Abrufe der Automobilkunden" im vierten Quartal. Die Autobranche steckt weltweit in der Absatzkrise. Zahlreiche Hersteller haben ihre Produktion gedrosselt. Die Flaute schlägt voll auf die Zulieferer durch. Schon der schwäbische Hersteller ElringKlinger und der Nürnberger Kabelbaum-Spezialist Leoni haben sich von ihren ursprünglichen Jahreszielen verabschiedet, ebenso Weltmarkführer Bosch.

Nach neun Monaten liege das vorläufige Ebit auf Vorjahreshöhe, teilte Rheinmetall mit. Von Januar bis Ende September 2007 hatte der Konzern 157 Mio. Euro verdient. Nähere Angaben will das Unternehmen am 5. November bei der Vorlage des Berichts über das dritte Quartal vorlegen. Die ohnehin zuletzt stark gebeutelte Rheinmetall-Aktie baute nach der Mitteilung ihre Kursverluste aus. Mit einen Minus von über zwölf Prozent notierte sie bei 21,60 Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit 2003.

Für Rheinmetall hatte sich das personalintensive Geschäft mit Autoteilen - hier sind fast 12 000 der 19 000 Mitarbeiter beschäftigt - schon seit Monaten als Bremsklotz erwiesen. In den ersten Jahreshälfte war das Ebit der Sparte um vier Mio. Euro auf 56 Mio. gefallen. Vorstandschef Klaus Eberhardt hatte im August erklärt, in der Automotivesparte nur noch ein stabiles Ergebnis zu erwarten, nachdem er wenige Monate zuvor ein Ebit-Plus von über drei Prozent in Aussicht gestellt hatte. Inzwischen wurde aber deutlich, dass sich das Geschäft noch trüber entwickelt. Als Ziel nannte er nun ein Ebit von 80 Mio. Euro - das wäre ein Drittel weniger als 2007.

Lichtblick ist für Rheinmetall weiterhin das zuletzt auch mit Zukäufen vorangetriebene Rüstungsgeschäft. Hier erwartet der Konzern in diesem Jahr ein Ebit von 180 Mio. Euro nach 160 Mio. Euro 2007. Der vor allem auf die Bundeswehr und die Nato fokussierte Panzer-, Waffen- und Munitionshersteller rechnet angesichts der weltweit steigenden Rüstungsausgaben in den kommenden Jahren in diesem Bereich mit weiterem Wachstum.

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