Quartalszahlen
Qiagen weiter auf Wachstumskurs

Der Biotechzulieferer Qiagen bleibt dank der hohen Nachfrage nach Tests zum Nachweise von Schweinegrippe und Gebärmutterhalskrebs auf Wachstumskurs. Nach einem über den Markterwartungen liegenden Umsatz- und Gewinnanstieg im abgelaufenen dritten Quartal blickt erhöhte Konzernchef Peer Schatz sogar den Ausblick.
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HB VENLO/FRANKFURT. Das Indexschwergewicht Qiagen sieht sich nach einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal gut für weiteres Wachstum aufgestellt: "Wir haben in den ersten neun Monaten ein sehr starkes Wachstum in unserem Kerngeschäft molekulare Diagnostik gesehen und rechnen damit, dass sich dieser Trend auch 2010 fortsetzen wird", sagte Finanzvorstand Roland Sackers am Montag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Auch die für 2010 erwarteten Effekte aus dem Konjunkturprogramm in den USA dürften sich nach Aussage des Managers positiv auf die Qiagen-Bilanz auswirken: "Wir sind sehr optimistisch für 2010 gestimmt und gehen mittelfristig von sehr robusten und sehr soliden zwölf bis 15 Prozent beim Umsatzwachstum aus."

Mit seinen Zahlen zum dritten Quartal hat das Biotechnologie-Unternehmen die eigenen wie auch die Markterwartungen übertroffen: Unter dem Strich sei der Überschuss auf 37,7 Mio. Dollar (nach 20,8 Mio. im Vorjahr) gestiegen. Das operative Ergebnis kletterte von 38,2 Mio. Dollar auf 53,4 Mio. Dollar und übertraf die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Experten in Höhe von 45,25 Mio. Dollar. Der Umsatz erhöhte sich auch dank der jüngsten Zukäufe um 13 Prozent auf 259,7 Mio. Dollar. Qiagen habe im dritten Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 15 Prozent und eine bereinigten operativen Rekordmarge von 31 Prozent vorgelegt. "Im dritten Quartal waren die Produkte zum Nachweis der Schweinegrippe ein fester Umsatzbestandteil und haben uns geholfen, unsere Prognose beim bereinigten Gewinn je Aktie anzuheben," sagte Sackers.

Für 2009 erhöhte Konzernchef Peer Schatz auch dank der Nachfrage nach den Test auf die Schweinegrippe erneut den Ausblick: 2009 soll das Ergebnis pro Aktie auf 0,88 bis 0,90 US-Dollar steigen (zuvor 0,86-0,90 US-Dollar). Beim Umsatz dürfte nach Aussage Sackers eher das obere Ende der Spanne von 930 bis 970 Mio. Dollar erreicht werden. "Bei konstanten Wechselkursen erwarten wir erstmals einen Umsatz von deutlich über einer Milliarde Dollar." Im laufenden vierten Quartal strebt Qiagen einen Umsatz von 250 bis 260 Mio. Dollar an, während das bereinigte Ergebnis pro Aktie (EPS) bei 0,21 bis 0,22 Dollar liegen soll. Die Wachstumsmöglichkeiten vor allem in der molekularen Diagnostik - die im dritten Quartal beim Umsatz um 28 Prozent zulegt habe - und in den Märkten für angewandte Testverfahren seien außergewöhnlich gut.

Großes Wachstumspotenzial sieht Qiagen nach Sackers Worten in Asien. "Im dritten Quartal ist die Nachfrage in Asien mit einem Umsatzwachstum von 37 bei konstanten Wechselkursen weiterhin stark gestiegen und wir erwarten auch in den nächsten Jahren ein ähnliches Umsatzplus." Derzeit habe Asien rund elf Prozent am Gesamtumsatz von Qiagen: "Wir erwarten, dass wir in den nächsten drei bis vier Jahren eher in Richtung 20 Prozent gehen werden."

Qiagen sei derzeit sehr günstig finanziert und sieht nach Aussage des Finanzvorstandes sowohl kurz- wie auch mittelfristig gute Chancen auf weitere gewinnsteigender Transaktionen zu durchaus attraktiven Preisen. Qiagen hatte sich mit der Kapitalerhöhung für weiteres Wachstum gerüstet und wies Ende September eine Liquidität von fast 900 Mio. Dollar aus. Nach Aussage Sackers werde Qiagen von dem Trend in Richtung personalisierte Medizin im Gesundheitswesen durch Test auf HPV-Viren und Krebsmarker profitieren.

Zeitgleich mit der Zahlenvorlage gab Qiagen bereits die Übernahme des US-Unternehmens SABiosciences für 90 Mio. Dollar in bar bekannt. Das Unternehmen in Privatbesitz ist den Angaben zufolge auf die Entwicklung und Herstellung von Testpanels für gesamte Krankheitsbilder und biologische Signalwege spezialisiert und beschäftigt 100 Mitarbeiter. Abgeschlossen werden soll die Transaktion im Dezember 2009.

Im kommenden Jahr soll SABiosciences 24 Mio. Dollar zum Umsatz von Qiagen beitragen. Die Venloer erwarten, dass die Erlöse bei der neu übernommenen Firma schneller steigen als beim Gesamtunternehmen. Auf den Gewinn werde der Zukauf 2010 noch keine Auswirkungen haben, 2011 soll SABiosciences dann einen signifikanten Betrag zum Nettogewinn beisteuern. Im vierten Quartal des laufenden Jahres ist mit einer einmaligen Belastung je Aktie durch die Übernahme von zwei Cent zu rechnen.

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