Quartalszahlen
Symrise-Zahlen schmecken Anlegern

Symrise hat zwar wegen der schwachen Nachfrage und hoher Rohstoff- und Umbaukosten deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Da die Analysten aber einen noch stärkeren Rückgang erwartet hatten, fiel die Reaktion an der Börse gut aus. Die Aktie des Duft- und Geschmacksstoff-Spezialisten stieg deutlich an.

HB HOLZMINDEN. Wie das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Holzminden mitteilte, blieb der Umsatz indes praktisch stabil. Im laufenden Jahr will der Konzern weiterhin besser abschneiden als der Markt. Allerdings dürfte dieser 2009 leicht schrumpfen. Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv. Die Aktie gehörte in einem festen Markt zu den stärksten Gewinnern.

Der Gewinn sank im zweiten Quartal wie erwartet auf 20,1 (Vorjahr 35,9) Mio. Euro, während der Umsatz mit 338,5 Mio. Euro praktisch stabil blieb. Die Holzmindener profitierten von Wechselkursveränderungen, während das Ergebnis durch Umbaukosten deutlich belastet wurde. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank entsprechend um 16 Prozent auf 59,9 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge gab auf 17,7 (21) Prozent nach.

„Symrise hat sich in dem nach wie vor schwierigen Marktumfeld achtbar geschlagen“, sagte der neue Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram, der Anfang Juli sein Amt antrat, laut Mitteilung. Im ersten Halbjahr sei eine Reihe von Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt worden. Dabei zeigten sich bereits jetzt erste Erfolge. Der volle Effekt werde bis Anfang nächsten Jahres wirksam werden. Die operativ gute Verfassung wird aus Sicht von Bertram durch die bereinigte EBITDA-Marge von über 20 Prozent belegt.

Auf die negative konjunkturelle Entwicklung habe Symrise schnell und konsequent reagiert, hieß es. Im Zuge der Restrukturierungen werden 215 Arbeitsplätze - vorwiegend in Westeuropa - abgebaut sowie drei Produktionsstandorte geschlossen und verlagert. Der Umbau ist damit aber noch nicht beendet: „Im Laufe des Jahres werden weitere Maßnahmen folgen“, hieß es im Quartalsbericht. Allerdings sei der größere Teil des Umbaus bereits abgeschlossen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Im ersten Halbjahr fielen insgesamt Umbaukosten von 10,7 (Q2 rund 8) Mio. Euro an. Mit den Maßnahmen sollen künftig gut zehn Mio. Euro pro Jahr eingespart werden. Die Zahl der Mitarbeiter sank im Vergleich zu Ende 2008 um 82 auf 5 015.

Weltweit sei das wirtschaftliche Umfeld auch im zweiten Quartal schwierig. Der Duft- und Geschmacksstoffmarkt habe im ersten Halbjahr spürbar unter dem Lagerabbau der Kunden gelitten. Hinzu sei die Nachfrageschwäche in den Luxussegmenten gekommen. Die negativen Auswirkungen des Lagerabbaus dürften sich im dritten Quartal abschwächen, erwartet Bertram. Unter der andauernden Konjunkturschwäche und dem fortgesetzten Lagerabbau litt auch noch im zweiten Quartal die Region Westeuropa, Osteuropa und Afrika sowie Mittelost (EAME). Hier ging der Umsatz spürbar zurück. In allen anderen Regionen wurden Umsatzzuwächse verzeichnet.

Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv. Der Kurs der Aktie kletterte am Mittag um 3,34 Prozent auf 11,75 Euro, während der MDax lediglich 0,57 Prozent auf 6 430,55 Punkte gewann. „Die soliden Ergebnisse sind im Rahmen unserer und der Markterwartungen ausgefallen und sollten vom Markt freundlich aufgenommen werden“, schreibt die UniCredit in einer Studie. Die um Restrukturierungsaufwend ungen bereinigte EBITDA-Marge liege auf Halbjahressicht allerdings unter der des Konkurrenten Givaudan , merkte UniCredit-Analyst Christian Weiz an. Deutsche-Bank-Analystin Glynis Johnson zeigte sich insgesamt ebenfalls positiv überrascht. EBITDA und Gewinn hätten auch ihre Schätzungen übertroffen.

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