Quartalszahlen
Unilever mit verdorbener Zwischenbilanz

Der britisch-niederländische Konsumgüter-Konzern Unilever hat eine schwache Quartalsbilanz vorgelegt. Das lag unter anderem am schlechten Sommer - die Eisverkäufe gingen zurück.

HB LONDON. Der Nettogewinn in den drei Monaten fiel um 11 Prozent auf 1,025 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mi. Analysten hatten damit zwar gerechnet, für Enttäuschung sorgte aber, dass Unilever anders als seine Konkurrenten trotz mehr Werbung seine Preise nicht heraufsetzen konnte. Teilweise musste der Konzern sogar für seine Produkte weniger verlangen, um im Geschäft bestehen zu können.

Das Unternehmen stellt unter anderem Waschmittel (Omo), Margarine (Becel), Fertigsuppen (Knorr) und Eis (Ola) her.

Einschließlich eines Unternehmensverkaufs stieg der Gewinn um 25 Prozent auf 1,474 Milliarden Euro: Der Konzern konnte 448 Millionen Euro nach Steuern aus dem Verkauf der Parfum-Sparte Unilever Cosmetics International (Cerruti, Eternity) einstreichen.

Die Umsatzrendite ging den Angaben zufolge um 1,4 Prozentpunkte auf 15,6 Prozent zurück. In Europa, wo der Konzern rund die Hälfte seiner Erlöse erzielt, fiel der Umsatz um 2 Prozent, insgesamt kletterte er aber das vierte Quartal in Folge, und zwar um 4 Prozent auf 10,224 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis lag der Zuwachs aber mit 3,5 Prozent nur am unteren Ende der vom Markt zuvor ausgegeben Erwartungsspanne.

In den Wachstumsmärkten Osteuropas konnte sich Unilever nach Angaben von Konzernchef Patrick Cescau gut behaupten. „Westeuropa bleibt schwierig“, erklärte der Vorstandschef jedoch. „Hier haben wir den Fortschritt bei der Wiederherstellung von Wachstum, den wir woanders sehen, noch nicht gemacht.“ Der Konzern verlor Anteile im Waschmittelmarkt. Insgesamt leidet auch Unilever unter höheren Öl- und Grundstoffpreisen sowie unter Preiskämpfen im Einzelhandel.

Finanzchef Rudy Markham betonte, dass Kosteneinsparungen und die Verlagerung auf teurere Produkte die gestiegenen Herstellungskosten mehr als ausgeglichen hätten. Allerdings lehnte er es ab, einen Ausblick für das vierte Quartal zu geben. Analysten überzeugte der Zwischenbericht daher in seiner Gesamtheit nicht. Die Zahlen seien zwar an sich in Ordnung gewesen, aber die bröckelnden Margen und eine schwache Umsatzentwicklung ließen zu wünschen übrig, hieß es.

Unilever-Aktien verloren sowohl an der Börsen in Amsterdam als auch in London im Mittagshandel gut fünf Prozent.

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