Raffinerie übernommen
Ölkonzern Orlen wird Osteuropas Nummer eins

Der polnische Ölkonzern Polski Koncern Naftowy Orlen SA hat die Mehrheitsanteile an der litauischen Raffinerie AB Mazeikiu Nafta von dem schwer angeschlagenen russischen Ölkonzern Yukos übernommen. Damit wird der Konzern zur Nummer eins in Ostmitteleuropa.

rev WARSCHAU. Orlen zahlt für den 53,7-prozentigen Anteil knapp 1,5 Mrd. US-Dollar, was einem Preis von 3,93 Dollar je Aktie entspricht. Mit dem Kauf der litauischen Raffinerie übernimmt PKN Orlen die Führung unter den drei größten Öl- und Benzinkonzernen in Ostmitteleuropa, zu denen auch die ungarische MOL Rt. und die österreichische OMV gehören. Orlen verhindert damit auch die Konkurrenz durch billigeres russisches Benzin auf dem polnischen Markt.

Die Transaktion wurde möglich, nachdem das New Yorker Konkursgericht das bis dato geltende Verbot für den Verkauf ausländischer Aktiva von Yukos aufgehoben hatte. Das Verbot war zuvor auf Bitte des Konkursverwalters von Yukos, Eduard Rebgun, verhängt worden. Der Verkauf an PKN Orlen wurde nach niederländischem Recht abgewickelt, da die niederländische Justiz den Erlös aus Yukos-Transaktionen verwaltet. Rebgun forderte, dass der Verkauf von Mazeikiu Nafta für die Tilgung von Yukos-Schulden genutzt wird.

Der litauische Staat hält gegenwärtig 40,66 Prozent der Anteile an Mazeikiu Nafta und will davon gut 30 Prozent ebenfalls an PKN Orlen verkaufen. Erst vor wenigen Tagen hatte Litauens Ministerpräsident Algirdas Brazauskas grünes Licht dafür gegeben. Allerdings muss das litauischen Parlament noch zustimmen.

Mitbewerber des polnischen Konzerns waren insbesondere der russische Energieriese Lukoil, die kasachische KazMunaiGaz und BP-TKN. Zum Konzern Mazeikiu Nafta gehören die Raffinerie im litauischen Judeikie mit einer Jahresleistung von 12 Mill. Tonnen, das Terminal Butinge an der Ostsee, die Birzei-Ölpipeline, sowie die Vertriebsgesellschaft Mazeikiu Nafta Trading House.

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