Raffineriegeschäft
Mineralölfirmen dürfen auf Rekordjahr hoffen

Die deutsche Mineralölbranche kann sich auf ein weiteres Rekordjahr im Raffineriegeschäft einstellen. Schon 2004 hat die Weiterverarbeitung des Rohöls wesentlich zum guten Ergebnis der Unternehmen beigetragen. Im vergangenen Jahr lag die Bruttomarge bei 29 Euro pro Tonne. Nach Schätzung des Energieinformationsdienstes (EID) dürften die Margen in diesem Jahr noch einmal kräftig zulegen.

DÜSSELDORF. In den vergangenen elf Monaten lagen sie bei 37 Euro pro Tonne. Das Geschäft zieht stetig an: Noch Ende der neunziger Jahre erzielten die Anlagen in Deutschland gerade einmal Spitzenwerte von rund 17 Euro pro Tonne.

Weltweit arbeiten die Raffinerien beinahe am Rande ihrer Kapazität: In den USA dürften sie nach Zahlen der Beratungsgesellschaft Purvin Gertz in diesem Jahr eine Auslastung von historischen 95 Prozent erreichen – Anfang der 80er Jahre lag der Wert bei knapp 70 Prozent.

Gerade in der Hurrikan-Saison in den USA und insbesondere nach dem Wirbelsturm „Katrina“ galoppierten 2005 die Preise für Mineralölprodukte wie Benzin und Diesel den Rohölnotierungen regelrecht davon und brachten die Verarbeitungsmargen auf Rekordniveau. Von dem guten Raffineriegeschäft profitieren in Deutschland in erster Linie Shell/DEA und die BP-Tochter Aral, die nach ihren Fusionen die beiden mit Abstand größten Raffineure hierzulande geworden sind.

„Im Tankstellenbereich sieht es nicht so gut aus wie 2004“, weiß Rainer Wiek vom EID. „Das bedeutet zwar nicht, dass in dem Segment rote Zahlen geschrieben werden, aber von der Profitabilität des Raffineriebereichs können die Tankstellen-Manager nur träumen“, sagt Wiek.

Bei den Unternehmen liegen zwar noch keine Zahlen zum Geschäftsjahr der Raffinerien vor, doch sie können den Trend bestimmen: „Das wird ein gutes Jahr“, schätzt ein Sprecher von Exxon-Mobil in Hamburg. Ob es das vergangene übertreffen werde, sei aber noch nicht sicher. Auch BP will sich da noch nicht festlegen, doch: „Wir sind trotz etwas schlechterer Margen in den vergangenen Wochen dabei, die gute Leistung des Vorjahres im Raffineriegeschäft zu wiederholen“, sagte der Chef von BP-Deutschland, Uwe Franke, dem Handelsblatt. Sicher sei aber auch schon, dass der Vertrieb von Mineralölprodukten wie Benzin, Schmierstoffe oder Heizöl auf Grund des harten Preiswettbewerbs auf dem deutschen Tankstellenmarkt extrem „enttäuschend“ abgeschnitten habe.

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